Die fehlenden 116 Millionen

Auch für 2014 rechnet der Kanton Zürich mit dem Geldsegen der Nationalbank. Vergebens.

Der Geldsegen für die Kantone bleibt dieses Jahr aus: Die Schweizerische Nationalbank.

Der Geldsegen für die Kantone bleibt dieses Jahr aus: Die Schweizerische Nationalbank. Bild: Gaëtan Bally/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Noch vor zwei Jahren erwartete der Kanton kein Geld aus dem Gewinn der Nationalbank, schliesslich konnte die Zürcher Finanzdirektion aber doch einen Betrag von 117 Millionen Franken verbuchen. Der Millionensegen half mit, aus dem budgetierten Defizit einen Überschuss von 82 Millionen Franken zu machen. Für das laufende Jahr hat der Kanton nun 116,5 Millionen Franken aus der Gewinnausschüttung budgetiert – doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Nationalbank kein Geld überweisen wird. Das Mitte Dezember vom Kantonsrat verabschiedete Budget 2014 sieht ein Plus von 57 Millionen Franken vor.

Nicht nur im Kanton Zürich droht deshalb ein erhebliches Finanzloch, sondern auch in anderen Kantonen und beim Bund. Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf rechnet in ihrem Bundesbudget 333 Millionen Franken aus dem Gewinn der Nationalbank ein.

Der Grund für die Misere liegt beim Goldpreis, der innerhalb eines Jahres um fast 30 Prozent gesunken ist, wie die Zeitung «Zentralschweiz am Sonntag» schreibt. Der Wert der Goldreserven der Nationalbank ist damit um 14 Milliarden Franken geschrumpft. Die Schwäche des Dollars und des Yen führten zudem zu Buchverlusten von mehreren Milliarden Franken. Ein Sondergewinn von 3,4 Milliarden Franken aus dem Verkauf des UBS-Rettungsfonds, aus Kursgewinnen auf Aktienbeständen und Zinserträgen rechnete die Verluste nicht auf, schreibt die Zeitung. Die Nationalbank wird sich zum Thema erst Mitte Januar äussern.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.01.2014, 07:28 Uhr

Artikel zum Thema

Mehr Polster für den Notfall

Besorgt zeigt sich die SNB zur Lage am Immobilienmarkt. Ökonomen rechnen nun damit, dass die Banken mehr Geld zur Seite legen müssen. Oder spielt die SVP-Einwanderungsinitiative noch drein? Mehr...

«Im Hypothekarmarkt hat sich die Lage verschärft»

Drei Punkte waren an der Pressekonferenz der Nationalbank besonders brisant: Die Einschätzung des Immobilien- und Hypothekarmarktes, jene zu den Kapitalpuffern der Grossbanken und zur weltwirtschaftlichen Lage. Mehr...

Die Notfallpläne der Inlandbanken sorgen für Kopfzerbrechen

Auch systemrelevante Inlandbanken müssen sich für den Krisenfall wappnen. Die Frage ist nur: Wie? Weder Bankvertreter noch Experten haben Lösungen. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Paid Post

Bester Kaffee von zufriedenen Kaffeebauern

Nespresso und Fairtrade arbeiten zusammen, um die soziale und wirtschaftliche Situation der Kaffeebauern zu verbessern.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Überflieger: Eine F-16 des türkischen Stern-Akrobatik-Teams zeigt bei der Teknofest Flugshow in Istanbul, zu was die Maschine fähig ist. (20 September 2018)
(Bild: Osman Orsal) Mehr...