Die neuen Trams sind zu lang für den Pfauen

Für die neuen Trams ist die Haltestelle vor dem Schauspielhaus sieben Meter zu kurz. Bis Ende 2016 wird sie in die Rämistrasse vor den Jecklin verlegt.

Blick von der bestehenden Tramhaltestelle Kunsthaus zum Ort, an dem sie neu zu liegen kommt: Dort, wo gerade das Tram 5 vorbeifährt. Foto: Sabina Bobst

Blick von der bestehenden Tramhaltestelle Kunsthaus zum Ort, an dem sie neu zu liegen kommt: Dort, wo gerade das Tram 5 vorbeifährt. Foto: Sabina Bobst

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das Mass der Zürcher Trams ist 36 Meter: 36 Meter liegen zwischen der Hottingerstrasse und dem Zeltweg. Die beiden Strassen begrenzen auf der Seite Schauspielhaus den Heimplatz, weshalb auch die Tramhaltestelle Kunsthaus dort 36 Meter misst. Aus dem gleichen Grund ist das Cobra-Tram 36 Meter lang. Wäre es länger, brächte es bei jedem Halt den Verkehr zum Erliegen, denn Zeltweg und Hottingerstrasse sind stark befahrene Ein- und Ausfallsachsen.

Demnächst werden die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) die Beschaffung neuer Trams ausschreiben. Diese werden 43 Meter lang sein. Mit 43 Metern kann ein Tram 250 Fahrgäste befördern, 50 mehr als eine Cobra, und mit 43 Meter Länge müssen nur wenige Haltestellen verlängert werden.

Am Pfauen vor dem Schauspielhaus, wo die Linien 5, 8 und 9 halten, kann nicht verlängert werden. Deshalb wird die Haltestelle weiter nach oben verlegt, neben das Geschäftshaus mit dem Musikladen Jecklin. Auf der anderen Strassenseite, wo heute noch eine alte Turnhalle steht, soll 2017 der Erweiterungsbau des Kunsthauses eröffnet werden. Da dieser rechteckige Neubau auf allen vier Seiten einen Eingang hat, wird es künftig möglich sein, aus dem Tram zu fallen und schon im Kunsthaus zu sein.

Die Stadt hat die Verlegung dieser Haltestelle bislang nicht vermeldet. Die Umplatzierung ist aber eine Vorgabe für die Neugestaltung des Heimplatzes, die im Hinblick auf den Neubau des Kunsthauses durchgeführt wird. Sonst darf wenig verändert werden: Die Fahrwege der Autos bleiben, wie sie sind, ebenso die separaten Haltestellen der Tramlinie 3 und der Trolleybuslinie 31. Auch das Kiosk- und Wartehäuschen sowie die Büste von Ignaz Heim haben Bestandesgarantie. Ignaz Heim (1818–1880), der ab 1852 in Zürich wirkte, wird für seine Förderung des Volksgesangs geehrt. Weil dem Volk aber Speis und Trank näher sind als der Volksgesang, heisst der Platz im Volksmund Pfauen – benannt nach dem früheren Restaurant.

Linie 8 nicht mehr am Pfauen

Für die Gestaltung von Plätzen und Schulhäusern veranstaltet die Stadt in der Regel Wettbewerbe, die angekündigt und deren Sieger bekannt gegeben werden. Nicht so am Heimplatz: Letztes Jahr lud das Tiefbauamt fünf Teams ein, Gestaltungskonzepte einzureichen; den Zuschlag erhielt das Team Huggenberger Fries Architekten, Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten und Mati Lichtplanung. Mitte 2012 soll ihr endgültiges Projekt vorgestellt werden. Warum kein Wettbewerb? «Aufgrund der engen Rahmenbedingungen besteht nur sehr wenig Spielraum für eine Neugestaltung, und daher scheint ein eng begleiteter Auftrag sinnvoller und das Arbeiten in Varianten zielführender als die Durchführung eines Wettbewerbs», antwortet Stefan Hackh, Kommunikationschef des Tiefbauamtes.

Ende 2016 soll der neue Heimplatz fertig sein; dann kommen auch die ersten der 30 neuen 43-Meter-Trams auf die Schienen. Die Verlegung der Pfauen-Haltestelle hat laut Hackh übrigens nicht zur Folge, dass die Haltestelle Kantonsschule aufgehoben wird, obwohl sie nur einen Katzensprung vom Jecklin entfernt liegt.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2016 nimmt auch das Tram Hardbrücke den Betrieb auf – die Verlängerung der Linie 8 ab Hardplatz über Hardbrücke und Escher-Wyss-Platz bis Werdhölzli. Dann fährt die Linie 8 nicht mehr über den Pfauen, sondern über den Kreuzplatz. Sie ersetzt zwischen Bellevue und Klusplatz die Linie 15, die am Stadelhoferplatz wendet. Dem Pfauen geht so eine Tramlinie verloren.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 17.11.2011, 07:12 Uhr

Artikel zum Thema

«Wenn sich jemand im Tram breitmacht, ist das unsolidarisch»

Die SBB verlangen neu ein Billett, wenn ein Passagier zwei Sitzplätze beansprucht. Im Tram vertraut man auf die gute Kinderstube, sagt VBZ-Sprecher Andreas Uhl. Mehr...

FDP will Tram in den Boden versenken

Der Freisinn will dem Verkehrsproblem in Zürich mit Tunnels für Trams begegnen. Die kantonale Fraktion der Partei hat ein entsprechendes Postulat im Kantonsrat eingereicht. Mehr...

Zürcher Trams werden zu Werbeflächen

Die Cobra-Trams können ab September für Werbe-Vollbemalungen gebucht werden. Das erste so gestaltete Tram wird voraussichtlich ab Januar 2012 unterwegs sein. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Paid Post

Kaffee – von der Produktion bis zur Wiederverwertung

Der Kaffee von Nespresso mag zwar auf einer Plantage am anderen Ende der Welt wachsen, zuletzt landet er jedoch auf Schweizer Äckern als Dünger.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Kein Ball aber viel Rauch: Der Fussballer Tyler Roberts von Wales steht beim Spiel gegen Dänemark in Cardiff im Dunstkreis von einer Fan-Fackel. (17. November 2018)
(Bild: Matthew Childs) Mehr...