Die wichtigsten Branchen der Zürcher Wirtschaft

Ein Vergleich zeigt, welche Tätigkeitsbereiche für den Kanton am bedeutendsten sind und wo das Wachstum am grössten ist.

Eine der bedeutendsten Branchen im Kanton: Versicherungen wie die Zurich Insurance Group mit Sitz in Oerlikon.

Eine der bedeutendsten Branchen im Kanton: Versicherungen wie die Zurich Insurance Group mit Sitz in Oerlikon. Bild: Keystone

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Gemäss den aktuellsten Zahlen arbeiteten 2015 in Zürich rund 788'000 Beschäftigte in mehr als 117'000 privaten und öffentlichen Betrieben. Diese Firmen lassen sich in 48 Branchen und Unterbranchen einteilen, wovon nicht jede gleich bedeutend ist für die Wirtschaft des Kantons. Um ihren Stellenwert zu ermitteln, hat das Statistische Amt den Beschäftigungsanteil der verschiedenen Branchen im Kanton Zürich und in der gesamten Schweiz verglichen.

Die Hälfte aller Wirtschaftszweige hat demnach eine überdurchschnittliche wirtschaftliche Relevanz für den Kanton. Das heisst, in diesen Fachgebieten arbeiten in Zürich anteilsmässig mehr Personen als im Schweizer Durchschnitt. Am bedeutendsten sind Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie Information und Kommunikation. Dazu gehören unter anderem das Verlagswesen, die Rundfunk- und die Telekommunikationsbranche.

Ebenfalls einen höheren Beschäftigungsanteil als im gesamtschweizerischen Schnitt weisen verschiedene Branchen der freiberuflichen Dienstleistungen wie die Unternehmensberatung und die Wirtschaftsprüfung aus. Das Gleiche gilt für die Schiff- und Luftfahrt, die zum Fachgebiet Verkehr und Lagerei gehören. Hier zeigt sich die grosse Bedeutung des Flughafens Zürich für die Region. Zusammen mit dem Kommunikations- und dem Finanzbereich stellen diese Branchen 40 Prozent der kantonalen Beschäftigung und bilden damit die Basis für die Wirtschaftskraft Zürichs.

Eine geringe regionale Bedeutung haben hingegen die Energieversorgung, das verarbeitende Gewerbe wie beispielsweise die Herstellung von Metallerzeugnissen, der Bergbau und vor allem die Landwirtschaft. Nur knapp 1 Prozent der Beschäftigten im Kanton Zürich sind im Agrarwesen tätig. Gesamtschweizerisch sind es immerhin fast 2,7 Prozent.

Branchen und Unterbranchen wie der Detailhandel, das Gesundheits- und Unterrichtswesen, aber auch Heime oder die öffentliche Verwaltung gehören zur Grundversorgung. Ihre Bedeutung ist ähnlich wie in der ganzen Schweiz und ihre Entwicklung folgt primär dem Bevölkerungswachstum und dem demografischen Wandel. Durch die starke Bevölkerungszunahme im Kanton Zürich in den letzten Jahren sind Erziehung und Unterricht, das Gesundheits- und Sozialwesen sowie die öffentliche Verwaltung zwischen 2005 und 2015 stärker gewachsen als im Rest der Schweiz.

Der Bergbau und Zürcher Firmen, die sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen wie beispielsweise die Vermittlung von Arbeitskräften anbieten, entwickelten sich zwischen 2005 und 2015 weniger gut als Unternehmen derselben Branchen ausserhalb des Kantons.

Dafür könnte die Relevanz der Energieversorgung oder des Gastgewerbes für Zürich weiter zunehmen, wenn das Wachstum der letzten Jahre anhält. Ausserdem sieht es so aus, als würde der Bereich Information und Kommunikation die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen bald als wichtigsten Wirtschaftszweig des Kantons ablösen.

Die klar am stärksten wachsende Branche in Zürich ist jedoch überraschend die Pharmaindustrie. Sie würde den Rahmen der Grafik sprengen. Mit einem durchschnittlichen Jahreswachstum von 18 Prozent übertreffen die hier ansässigen Pharmabetriebe auch das gesamtschweizerische Beschäftigungswachstum dieser Industrie deutlich. Die relative Bedeutung der Pharmaindustrie ist im Kanton Zürich mit lediglich 500 Vollzeitstellen derzeit noch gering, dürfte aber weiter steigen.

Erstellt: 30.08.2017, 17:10 Uhr

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