«Diese Kürbisse sind wie Formel-1-Boliden»

Beni Meier hat eigentlich einen Weltrekord pulverisiert: Sein Kürbis aus Neftenbach wiegt mehr als eine Tonne. Er ist 145 Kilo schwerer als der Rekordhalter. Wäre da nicht ein zwei Zentimeter kleines Loch.

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Beni Meier, Ihr Kürbis stellt mit 1053,5 Kilogramm alle bisherigen Rekordanwärter in den Schatten – auch den Weltrekordhalter aus Amerika, der 911 Kilo wiegt. Trotzdem treten Sie damit nirgends an. Weshalb?
Er hat ein zwei Zentimeter grosses Loch. Ich darf deshalb an keinem offiziellen Wiegen teilnehmen. Der Kürbis wird keinen anerkannten Weltrekord tragen dürfen.

Sie heimsen seit vier Jahren in Folge die Schweizer-Meister-Titel ein, halten seit vergangenem Jahr den europäischen Rekord mit einer Frucht von 768,5 Kilo und gelten als Kürbisgott. Wie gehen Sie mit dieser Niederlage um?
Es ist einerseits eine riesige Enttäuschung, andererseits ein grosser Ansporn. Dieser Kürbis zeigt mir, dass wir ganz vorne mitmischen können.

Hätte sich das Loch verhindern lassen?
Es ist im Wachstum entstanden, und wir sind uns nicht ganz sicher, weshalb. Es könnte an Temperaturschwankungen liegen, auch wenn diese Frucht in einem Treibhaus gewachsen ist. Diese Kürbisse sind wie Formel-1-Boliden: Es braucht nur ein kleines Sandkorn im Getriebe, und sie werden aus dem Rennen geworfen.

Was braucht es für derartig grosse Kürbisse?
Einen guten Boden ohne Staunässe. Ich mische ihm zudem viel Kompost bei. Dann muss auch die Genetik der Samen stimmen. Ich habe einen Samen des Weltrekordhalters aus Amerika benutzt. Schliesslich kommt es auch auf das Klima an. So war ich darum bemüht, die Temperatur für den Kürbis auf etwa 25 Grad zu halten und für genügend Feuchtigkeit zu sorgen. Das ist nicht einfach, denn zu viel hätte zu Pilzkrankheiten geführt.

Haben Sie einzig auf diesen einen Kürbis gesetzt?
Nein. Ich hatte drei im Rennen. Die erste Pflanze verfaulte ziemlich rasch. Die Frucht der zweiten wurde bei einem Gewicht von rund 600 Kilo von Fäulnis befallen.

Wie viel Zeit haben Sie in diese Riesenfrüchte investiert?
Im Durchschnitt eine Stunde täglich. Ausser in den Ferien habe ich jeden Tag bei den Pflanzen vorbeigeschaut.

Wird Ihr Rekordkürbis die Kerne der nächsten Generation liefern?
Ja, ich werde sie sicher ausprobieren. Sie sind allerdings kein Garant für Rekorderträge.

Wann beginnen Sie mit der Zucht der nächstjährigen Rekordanwärter?
Jetzt gilt es erst, den Platz zu räumen und zu jäten. Im März/April 2014 geht es dann wieder los.

Sie jagen seit rund zehn Jahren Kürbisrekorde. Weshalb?
Ich bin gelernter Gärtner und habe daher einen grünen Daumen. Es begeistert mich, diese Pflanzen zu zähmen. Meine Leidenschaft wächst von Jahr zu Jahr.

Und Ihr Ziel?
Der Weltrekord. Er ist seit diesem Jahr in greifbare Nähe gerückt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.09.2013, 13:50 Uhr

Beni Meier (30) ist ein «Kürbisgott». (Bild: zvg)

Kürbis-Apfel-Suppe

Zutaten für vier Personen
1 EL Butter
1 grosse Zwiebel, grob gehackt
500 g Kürbis, in ca. 1 cm grossen Würfeln
2 Äpfel, geschält, in ca. 1 cm grossen Würfeln
9 dl Gemüsebouillon
Salz, Pfeffer, nach Bedarf
1 dl Rahm, flaumig geschlagen

  • Ofen auf 60 Grad vorheizen, Suppenteller vorwärmen. Butter warm werden lassen. Zwiebel andämpfen, Kürbis und Äpfel beigeben, ca. 3 Min. mitdämpfen.

  • Bouillon dazugiessen, zugedeckt bei mittlerer Hitze ca. 15 Min. weich köcheln. Suppe pürieren, würzen.
Mit Käsekernen für den Biss:
70 g Kürbiskerne
1 Ei, verklopft
60 g geriebener Sbrinz
wenig Pfeffer
  • Kürbiskerne unter ständigem Rühren in einer weiten beschichteten Bratpfanne bei mittlerer Hitze ca. 4 Min. rösten, etwas abkühlen.

  • Ei mit Sbrinz verrühren, würzen. Kürbiskerne daruntermischen. Dieselbe Bratpfanne heiss werden lassen, Hitze reduzieren. Käse-Kernen-Masse ca. 6 Min. goldbraun braten. Mit zwei Bratschaufeln in kleine Stücke zupfen, beiseite stellen.
Suppe in die vorgewärmten Suppenteller verteilen, mit dem Rahm und den Käsekernen garnieren.
(Quelle: Betty Bossi)

Kürbisausstellung in Seegräben

Auf dem Juckerhof in Seegräben findet derzeit eine Kürbisausstellung statt. Der Riesenkürbis von Beni Meier wurde dafür von Neftenbach hergebracht und wird noch für eine Woche in Seegräben zu sehen sein. Danach wird er an die weltgrösste Kürbisausstellung in Ludwigsburg transportiert. (pia)

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