«Doch ihr Cash langt net»

Mitarbeiter des Park Hyatt haben ein Rapvideo veröffentlicht, das ihren Arbeitsalltag auf die Schippe nimmt – mit so manchem Seitenhieb auf die Hotelgäste.

Wenn Hotelangestellte rappen: Video des Teams Bankett vom Park Hyatt Hotel in Zürich.


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Eine Limousine fährt vor das Park Hyatt in Zürich, drei Jungs entsteigen ihr und werden in ein Hotelzimmer geleitet, in dem bereits leicht bekleidete Damen auf sie warten – ganz wie man es aus Dutzenden Rapvideos von der anderen Seite des Atlantiks her kennt: So beginnt der Clip, welchen Mitarbeiter des Park Hyatt gedreht haben. Doch bald ist der Traum vorbei – und die Jungs finden sich im Arbeitsalltag im Hotel wieder. Zwischen «plärrenden Kindern» und «schreienden» und «sich beschwerenden Gästen». Gerappt wird im Video in einem Mischmasch aus Schweizer Dialekt und Germanismen.

Robinson Haak, der im Team Bankett des Nobelhotels arbeitet, hat das Video zusammen mit zwei Kollegen konzipiert. Ursprünglich hatten sie an einer jährlichen Mitarbeiterveranstaltung, an der «jede Abteilung einen Sketch vorführen muss», einen Rap auf Schweizerdeutsch auf die Bühne gebracht. «Da wir alle aus Deutschland kommen, dachten wir, das sei eine witzige Idee.»

«Nur Spass»

Die Resonanz am Abend gab ihnen recht: «Alle waren begeistert, selbst die Manager.» Darauf habe man den Clip mithilfe eines befreundeten Videoproduzenten gedreht und sei dabei von vielen anderen Mitarbeitern des Hotels unterstützt worden.

Dass nun Gäste, die im Clip nicht gerade gut wegkommen, über das Video verärgert sein könnten, glaubt Robinson nicht: «Das Ganze ist nur Spass und auf keinen Fall ernst gemeint. Ich glaube, das merkt man auch, wenn man das Video anschaut.»

Diese Meinung teilt auch das Hotel selbst: «Wir wissen, dass das Video auf Youtube veröffentlicht wurde und unterstützen das», erklärt Isabelle Zeyssolff, Verantwortliche für die Gastronomie im Park Hyatt. Dass sich Hotelkunden an «ironischen Szenen» stören könnten, glaubt Zeyssolff nicht: «Das Video geht mehr um den Teamspirit und die Tatsache, dass wir, egal wo es brennt, alles für unsere Gäste tun und immer für sie da sind.»

Tatsächlich stellen die Jungs vor allem ihr Team – und die Serviceleistungen des Hotels – ins Zentrum ihrer manchmal unbeholfenen Rapsalven. Dabei können sie sich einen Seitenhieb auf die prall gefüllten Portemonnaies der dort verkehrenden Nobelklientel nicht verkneifen: «Alle Lüt von de Welt went in eusers Bankett, doch s Cash langt net, s Cash langt net.»

Erstellt: 17.01.2014, 13:35 Uhr

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