Dübendorf: Kein Herz für Zeppeline

Die Schweiz hat noch einen einzigen Zeppelin. Der könne nur auf dem Flugplatz stehen, sagen dessen Besitzer. Doch Dübendorf will keine Bewilligung erteilen.

Wie ein gestrandeter Wal: Der 60 Meter lange Zeppelin darf vorübergehend bei einem Bauern auf dem Feld stehen.

Beat Marti

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Der schneeweisse Zeppelin auf einer Wiese in Lindau ist nicht zu übersehen. Das Luftschiff ist 21 Meter hoch, 15 Meter breit, 60 Meter lang und mit 7000 Kubikmetern nicht brennbarem Helium im Wert von 100 000 Franken gefüllt. Ein Schiff ohne Hafen, das auf dem Land an einen gestrandeten Wal erinnert.

Bauer Hansueli Isler hat dem Zeppelin auf seinem Land vorübergehend Asyl gewährt, seit er aus England in die Schweiz zurückgekehrt ist. Doch der Acker ist keine Dauerlösung. Das weiss auch Christian Schulthess von der Firma Skycruise Switzerland, Besitzerin des Fluggeräts. Um Passagierflüge anbieten zu können, muss das Luftschiff auf einem Flugplatz stationiert sein. Ohne Passagiere fliesst kein Geld in die Kasse. Die Nachfrage sei sehr hoch, sagt Schulthess. Einzig als Werbezeppelin könnte das Luftschiff noch in die Lüfte steigen, doch in den Herbst- und Wintermonaten gibt dafür keine Firma Geld aus.

Schulthess ist verärgert: «Die Verantwortlichen des Flugplatzes Dübendorf wollen sich mit uns nicht einmal an einen Tisch setzen.» Ausführliche Gespräche zwischen kantonaler Wirtschaftsförderung, Flugsicherung, Bazl, den Flugplatzgemeinden sowie der Skycruise Switzerland hätten bereits 2002 stattgefunden, sagte Lothar Ziörjen, Stadtpräsident von Dübendorf, gegenüber der Zeitung «Zürcher Oberländer». «Grundsätzlich ist Dübendorf nicht für den Freizeitluftverkehr vorgesehen.»

Zeppelin überwachte Olympia

Schulthess kann nicht verstehen, dass der Flugoldtimer Ju-52 in Dübendorf eine Basis haben darf und auf dem Flughafen grosse Konzerte bewilligt werden, sein Zeppelin aber unerwünscht ist. «Ich glaube, man will künftig einfach ganz auf den Flugplatz verzichten.» Der Zeppelin könnte laut Schulthess auch in einer angrenzenden Wiese des Flugplatzes parkiert werden. Irgendeine Wiese auf dem Land kommt aber wegen der Passagierflugbewilligungen nicht in Frage.

Falls in wenigen Wochen keine Lösung gefunden wird, muss der Zeppelin, der 2002 im Rahmen der Expo zum ersten Mal mit Passagieren abhob, abgebrochen werden. Von 2003 bis Mitte 2006 war das Luftschiff in Buochs NW stationiert und stand auch für Überwachungszwecke an den Olympischen Spielen in Athen 2004 im Einsatz. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.10.2008, 08:59 Uhr

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