Dübendorf will keine Wohnungen auf dem Flugplatz

Die SP will auf dem geplanten Innovationspark günstigen Wohnraum realisieren. Der Stadtpräsident von Dübendorf ist davon nicht begeistert

Hier soll dereinst vorn am Kopfende der Innovationspark entstehen sowie ein ziviler Flugplatz für die Geschäftsfliegerei auf der bereits bestehenden Piste.

Hier soll dereinst vorn am Kopfende der Innovationspark entstehen sowie ein ziviler Flugplatz für die Geschäftsfliegerei auf der bereits bestehenden Piste. Bild: Keystone

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Der geplante Innovationspark in Dübendorf wird immer mehr zum Spielball verschiedener Parteiinteressen. Die SVP hat sich zum Ziel gesetzt, die Piste des Flugplatzes wieder als Karteneintrag im Richtplan zu verankern. Wie Recherchen der NZZ ergeben, verknüpft nun auch die SP die Realisierung des Projekts mit einer Forderung.

Demnach möchten die Sozialdemokraten im Richtplan festlegen, dass günstiger Wohnraum auf dem Innovationspark-Areal vorgeschrieben wird. Damit soll etwa erreicht werden, dass das Areal der Lärmempfindlichkeitsstufe 2 zugeteilt wird. Dies würde wohl verhindern, dass der vorgesehene Flugbetrieb in unmittelbarer Nähe zugelassen wird.

Reaktionen aus Dübendorf

Der Dübendorfer Stadtpräsident Lothar Ziörjen (BDP) zeigt sich wenig begeistert von diesem Vorschlag. Er sieht einen anderen Verwendungszweck vor: «Dieses Areal muss der Bevölkerung im Glattal in Form einer grosszügigen Parkanlage zur Verfügung stehen», sagt Ziörjen. Schliesslich werde in diesem Gebiet immer mehr auf Verdichtung gesetzt. Da müsse es einen Ausgleich geben.

Für Martin Bäumle (GLP) beisst sich die Idee des Wohnungsbaus auf diesem Gelände mit dem geplanten Projekt. Schliesslich würde es zu Lasten des Innovationsparks oder des Naturparks gehen. Ausserdem handle es sich um eine «ausserordentliche Nutzung» dieses Areals, da könnten nicht einfach Wohnungen gebaut werden. Auch wenn er selber das Bedürfnis nach bezahlbarem Wohnraum versteht. Wie Stadtpräsident Ziörjen sieht auch Bäumle den Rest des Parks als Naherholungsgebiet.

Ziörjen gibt zivilem Flughafen wenig Chancen

Ebenso wenig hält Ziörjen von den Plänen des Bundesrats, auf dem Flugplatz Dübendorf einen zivilen Flughafenbetrieb aufzunehmen. Diese Pläne unterstützt besonders die SVP. Die anderen Parteien sprechen sich gegen eine generelle Verknüpfung zwischen Innovationspark und ziviler Aviatik aus. Gemäss Ziörjen handelt es sich dabei ohnehin um separate Projekte. Er rechnet damit, dass das Projekt für einen zivilen Fluthafen nicht zustande kommen wird.

Sollte das Gelände wirklich neu für die zivile Aviatik genutzt werden, wäre die Bevölkerung die Betrogene, sagt Ziörjen. Dübendorf sowie Volketswil und Wangen-Brüttisellen würden dieses Projekt auf jede Art und Weise bekämpfen. «Der Bund müsste uns schon zwingen, so einfach geben wir nicht nach», gibt sich Stadtpräsident Ziörjen kämpferisch.

Die Pläne des Bundesrats

Da das Land dem Bund gehört, kann dieser über den Verwendungszweck entscheiden. Letzten September haben sich Doris Leuthard und Ueli Mauer gemeinsam zur Strategie des Bundes geäussert. Dieser sieht eine dreiteilige Nutzung der Fläche vor. Von den 230 Hektaren sollen 70 für den Innovationspark reserviert werden, wobei der Park Stück für Stück gebaut werden soll. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass er auch zukünftigen Generationen zur Verfügung steht.

Die restlichen 160 Hektaren sollen weiterhin den Helikopterstandort des Militärs beheimaten. Neu geplant ist ein Flughafen für die zivile Aviatik. Dafür vorgesehen ist die Flugplatz Dübendorf AG, die ohne Subventionen des Bundes existieren muss. Sie spezialisiert sich vor allem auf die Geschäftsfliegerei, da auch weiterhin keine Linien- oder Charterflüge in Dübendorf landen könnten. Die Zahl der jährlichen Flugbewegungen würden dann verdoppelt auf 28'000. Auf diese Weise könnte der Flughafen Zürich entlastet werden.

Erstellt: 06.03.2015, 15:25 Uhr

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