Dübendorf wird zum WEF-Flugplatz

Während des Forums landen Business-Jets in Dübendorf. Dort befürchtet man, dass das ein Türöffner für die weitere aviatische Nutzung sei.

2014 wurde der Flugplatz Dübendorf bloss zum Parkieren von Business-Jets der WEF-Gäste gebraucht. Foto: Urs Jaudas

2014 wurde der Flugplatz Dübendorf bloss zum Parkieren von Business-Jets der WEF-Gäste gebraucht. Foto: Urs Jaudas

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Dübendorfs Stadtpräsident Lothar Ziörjen ist wütend: «Durch die Hintertür», so sagt er, werde der Militärflugplatz Dübendorf während des World Economic Forum (WEF) zu einem internationalen zivilen Flughafen. Bundesrat Ueli Maurers Verteidigungsdepartement hat gestern, gut versteckt in einer allgemeinen Medienmitteilung, die Katze aus dem Sack gelassen: Erstmals werden zwischen dem 19. und 25. Januar WEF-Gäste direkt in Dübendorf landen und per Helikopter nach Davos geflogen. Auf dem Militärflugplatz finden auch Personenkontrollen sowie Zollabfertigungen statt. Das WEF rechnet mit einer Rekordteilnahme von 2500 Gästen aus 140 Ländern.

«Gefundenes Fressen»

Bisher landeten die ausländischen Gäste – häufig in ihren Privatjets – in Kloten. Danach wurden die Maschinen nach Dübendorf geflogen und abgestellt, weil dazu in Kloten der Platz fehlt. «Dagegen hatten wir nichts», sagt Ziörjen. Früher wurden die Jets auf ausländischen Flughäfen parkiert. Der Direktanflug samt Zollkontrollen jedoch sei der Versuch der Fliegerlobby, so Ziörjen, «Dübendorf zu einem zukünftigen Zivilflughafen mit internationaler Anbindung umzufunktionieren». Das WEF sei nicht der wahre Grund für diesen Versuch, glaubt der Dübendorfer Stadtpräsident und BDP-Nationalrat Ziörjen, «sondern war ein gefundenes Fressen für die Flughafenbefürworter».

Als vor einem Jahr Gerüchte um einen Direktanflug auf Dübendorf aufkamen, warnten SP, Grüne, GLP und BDP im Kantonsrat vor einer «Speerspitze» für die weitere aviatische Nutzung. Die Bevölkerung im lärmgeplagten Glatttal akzeptiere keinen zweiten Flughafen, sie wolle das Gelände vielmehr für einen Innovationspark mit Grünflächen und Wohnanteil nutzen. Im September hat sich der Bundesrat für eine gemischte Nutzung des Militärflugplatzes Dübendorf entschieden. Er gibt das Areal für einen Innovationspark frei, lässt aber auch die Geschäftsfliegerei zu. Der Zürcher Regierungsrat und die Anrainergemeinden sind jedoch gegen eine künftige Nutzung durch die Zivilluftfahrt.

Erstellt: 08.01.2015, 23:16 Uhr

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