ETH weitet Untersuchung gegen Mobbing-Professorin aus

Eine ETH-Professorin soll jahrelang Doktoranden schikaniert haben. Jetzt weitet die Schulleitung die Untersuchung aus.

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Die ETH Zürich hat gegen eine Professorin des ehemaligen Instituts für Astronomie eine Untersuchung wegen Verdachts auf Fehlverhalten in der Forschung eingeleitet. Nach Mobbing-Vorwürfen läuft bereits eine unabhängige Administrativuntersuchung. Die Professorin wird bis zum Abschluss beider Untersuchungen freigestellt.

Mit der Einleitung des Verfahrens folgt die Schulleitung dem Antrag der Vertrauensperson der ETH Zürich für Integrität in der Forschung, wie die Hochschule am Mittwoch mitteilte. Geklärt werden soll, ob es tatsächlich zu Verstössen gegen die Integritätsrichtlinien gekommen ist.

Es gilt die Unschuldsvermutung

Mit der Ausweitung der Untersuchung soll sichergestellt werden, dass auch allfällige, nicht durch die Administrativuntersuchung abgedeckten Unregelmässigkeiten einer eingehenden Prüfung unterzogen werden, wird Detlef Günther, Vizepräsident für Forschung und Wirtschaftsbeziehungen der ETH Zürich, in der Mitteilung zitiert. Bis zum Abschluss der Untersuchungen gelte die Unschuldsvermutung.

Sowohl die Administrativuntersuchung als auch das neue Verfahren sollen voraussichtlich bis Sommer 2018 abgeschlossen sein.

Sofortmassnahmen nach Zeitungsbericht

Im Februar 2017 wurde die Schulleitung von den Ombudspersonen und von anderen ETH-Angestellten über Vorwürfe von mehreren Doktorierenden gegen eine Professorin im Institut für Astronomie informiert. Die Professorin soll «ein ungenügendes Führungsverhalten an den Tag gelegt haben». Die «NZZ am Sonntag», welche den Fall publik machte, schrieb von Mobbingvorwürfen.

Als Sofortmassnahme wurden die betroffenen Doktorierenden im März einer anderen Betreuungsperson zugeteilt. Zudem wurde das Institut für Astronomie im August «stillgelegt» und Teile davon ins neue Institut für Teilchen- und Astrophysik integriert. (sda)

Erstellt: 17.01.2018, 18:57 Uhr

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