Eclat im Dübendorfer Parlament

Die Rechten verweigerten dem bisherigen 1. Vize Patrick Angele (SP) das Dübendorfer Gemeinderatspräsidium. Zum Verhängnis wurde ihm ein anderes Mandat. Gewählt wurde stattdessen Patrick Crivelli (SVP).

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Die Bürgerlichen haben ihre Drohung wahr gemacht und dem 23-jährigen Patrick Angele (SP) die Wahl zum höchsten Dübendorfer für das nächste Amtsjahr verweigert. Statt Angele wählte das Parlament den bisherigen 2. Vize, den 28-jährigen Patric Crivelli (SVP). Nach Gesprächen in der interfraktionellen Konferenz, dem Zusammenschluss aller Gemeinderatsfraktionen, hatte SVP-Fraktionssprecher und Kantonsrat Orlando Wyss Anfang April angekündigt, seine Partei und die FDP würden Angele nicht wählen. Angeles Tätigkeit als politischer Sekretär der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (Gsoa) vertrage sich nicht mit der Funktion des Gemeinderatspräsidenten als höchstem Repräsentanten der Garnisonsstadt Dübendorf. Im abgelaufenen Jahr als 1. Vizepräsident habe sich Angele zudem trotz Ermahnung politisch nicht zurückgehalten und damit bewiesen, dass er nicht im Stande sei, persönliche politische Anliegen von Amtsfunktionen zu trennen.

Anstelle Angeles schlug die SVP für den ersten Wahlgang Max Senn (SP) vor. Senn erhielt dann von 39 Stimmberechtigten 20, Patrick Angele 16 Stimmen. Nachdem Senn die Wahl ausschlug, portierte die SVP den bisherigen 2. Vize, Patric Crivelli (SVP). Im 2. Wahlgang verhalfen SVP, FDP und der Grossteil der BDP/EVP-Fraktion Crivelli mit 20 Stimmen zur Wahl. Auf Angele entfielen erneut 16 Stimmen. Mit der Nichtwahl Angeles brach die Ratsmehrheit mit der Tradition, wonach turnusgemäss der 1. Vizepräsident für ein Jahr zum Vorsitzenden des Parlaments gemacht wird. Zugleich desavouierten die Bürgerlichen die SP. Hans Baumann (SP) sprach denn auch von einem gravierenden Tabubruch und der Aufkündigung der Konkordanz-Politik durch die SVP. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.05.2010, 22:06 Uhr

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