Ehefrau mit dem Tod bedroht

Einem verheirateten Brasilianer mit C-Bewilligung droht wegen häuslicher Gewalt ein Landesverweis.

Das Bezirksgericht Winterthur wird sich mit der Landesverweisung eines Brasilianers befassen müssen.

Das Bezirksgericht Winterthur wird sich mit der Landesverweisung eines Brasilianers befassen müssen. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Seit Februar 2018 sitzt der 28-jährige Gebäudereiniger im Gefängnis – der vorläufige Schlusspunkt eines erbitterten Ehestreites mit Schlägen und Drohungen. Laut Anklageschrift hat der Brasilianer in der Wohnung seiner von ihm getrennt lebenden Schweizer Ehefrau ihren neuen Lebenspartner mit einem Küchenmesser bedroht und ihm gesagt, dass er verschwinden soll, ansonsten er ihn umbringe. Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, packte der Brasilianer den Mann an der Jacke und setzte ihm die Messerspitze an die Brust.

Der Lebenspartner rannte davon und auch die Ehefrau versuchte aus der Wohnung zu fliehen. Der Beschuldigte schloss aber die Wohnungstüre ab und packte die Frau an den Haaren. Laut Anklageschrift hielt er dann der Frau ebenfalls das Messer vor die Brust, worauf diese in Angst und Panik geriet. Sie versuchte das Messer abzuwehren und zog sich dabei Schnittverletzungen an der Handinnenfläche zu.

Drohungen per SMS

Der Beschuldigte bedrohte und beschimpfte die Frau und schlug sie an Armen, Beinen und Gesäss. Er betitelte sie als Schlampe. Sie habe sein Leben nach neun Ehejahren zerstört. Diesen Vorwurf hatte er schon vor der Tat mehrfach per SMS mitgeteilt und geschrieben, dass sie dafür bezahlen werde. So schrieb er der Frau Ende Januar: «Mein Blick ist hasserfüllt, wenn ich denke, dass ich dich geheiratet habe und zwei Kinder mit dir gemacht habe.» Es gebe Zeiten, wo er daran denke, mit ihr eine grosse Dummheit zu machen: «Aber ich weiss nicht. Noch.» Auch gegen den neuen Lebenspartner der Frau stiess er per SMS Drohungen aus. Wenn er ihn in die Finger kriege, werde dieser einen Rollstuhl brauchen.

Diese Drohungen hätten bei der Frau eine massive Verunsicherung des Sicherheitsgefühls ausgelöst, heisst es in der Anklageschrift. Dies vor dem Hintergrund einer früheren brutalen Attacke des Beschuldigten gegen die Ehefrau. Denn schon vor einem Jahr, im Februar 2017, hatte er seine Ehefrau in der damals noch gemeinsamen Wohnung mit Fäusten und Tritten brutal verprügelt. Sie erlitt Hämatome und Schwellungen am ganzen Körper und hatte starke Schmerzen. Die Frau war fünf Tage lang arbeitsunfähig.

Katalogtat

Die Staatsanwältin klagt den Brasilianer wegen Gefährdung des Lebens, Körperverletzung, Drohungen und weiterem mehr an. Der Mann muss sich am 8. August vor dem Bezirksgericht Winterthur verantworten. Zum Strafmass steht in der Anklageschrift nichts, der Mann muss aber mit einer Landesverweisung rechnen.

Denn der Straftatbestand «Gefährdung des Lebens» gehört zu den sogenannten Katalogtaten, welche eine obligatorische Landesverweisung nach sich ziehen. Das Gericht kann ausnahmsweise von einem Landesverweis absehen, wenn dieser für den Ausländer einen schweren persönlichen Härtefall bewirken würde. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.07.2018, 12:51 Uhr

Artikel zum Thema

Häusliche Gewalt: Ein Dutzend Fälle am Tag

«Wer schlägt, der geht»: Das gilt seit zehn Jahren. Jetzt zieht die Zürcher Polizei Bilanz: 90 Prozent der Opfer von häuslicher Gewalt sind weiblich. Und 93 Prozent der Täter männlich. Mehr...

Landesverweis für gewalttätigen Griechen

Ein 24-jähriger Grieche ist wegen versuchter schwerer Körperverletzung verurteilt worden. Er hat einen Kontrahenten mit einem Tritt ins Gesicht bewusstlos geschlagen. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Paid Post

Neue Perspektiven der Schweiz erleben

Die Air Zermatt AG und der Autovermieter Hertz sorgen für eine sichere und erlebnisorientierte Mobilität, die neue Perspektiven eröffnet.

Blogs

Politblog Bomben im Bundeshaus

Von Kopf bis Fuss Darum sind probiotische Produkte oft unwirksam

Die Welt in Bildern

Was guckst du? Ein Kind spielt am Strand von Sydney, wo die aufblasbare Skulptur «Damien Hirst Looking For Sharks» des Künstlerduos Danger Dave und Christian Rager installiert ist. Sie ist Teil der Ausstellung Sculpture by the Sea. (19. Oktober 2018)
(Bild: Peter Parks) Mehr...