Ein Herz für die Zürcher Taxifahrer

Regierung und Bürgerliche fuhren in die Sackgasse, die SP hat richtig gepokert: Ein paar Regeln für die grosse Taxi-Konkurrenz Uber tun niemandem weh.

Das Zürcher Stimmvolk hat ein Signal zugunsten der Taxifahrer gesendet.

Das Zürcher Stimmvolk hat ein Signal zugunsten der Taxifahrer gesendet. Bild: Andrea Zahler

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Regierungsrätin Carmen Walker Späh (FDP) ist nicht nur am Rosengarten gescheitert. Auch das Taxigesetz bekämpfte sie vehement, und in ihrem Gefolge die FDP, die GLP, die CVP und am Schluss auch die SVP. Die Grünen waren wie Walker Späh der Meinung, es brauche gar kein Gesetz.

Dass sich eine Koalition aus SP, EVP, AL und EDU beim Stimmvolk durchsetzt, hat Seltenheitswert. So gesehen ist das Ja eine dicke Überraschung (hier gehts zum Bericht).

Richtig gepokert hat insbesondere die SP. Priska Seiler Graf hat das Thema als Kantonsrätin zusammen mit der FDP vor sieben Jahren lanciert. Zugunsten einer Koalition ging sie Kompromisse ein. In den Kommissionsberatungen fasste die SP Mut, stellte weitere Forderungen – und holte prompt die SVP an Bord, welche der Taxibranche helfen wollte: Neben den Taxifahrern sollten nun auch die Chauffeure des US-Giganten Uber gewisse Regeln beachten.

Darauf stieg zuerst die FDP aus, weil ihr das Gesetz zu weit ging. Und als das Referendum kam, verliess auch die SVP die Allianz. Bürokratiemonster lautete das Schlagwort. Doch es verfing nicht. Kein Wunder, denn es war kaum zu rechtfertigen.

Unter dem Strich resultiert eine kleine Verbesserung für die Taxifahrer, welche oft am Existenzminimum leben. Die Uber-Fahrer müssen sich registrieren und eine Plakette am Fahrzeug anmachen. So kann die Polizei besser kontrollieren, ob sie sich an die Ruhezeiten halten. «Gleiche Regeln für alle»: Dieser Slogan hat über die ideologischen Gräben hinweg gezogen. Und in die gebeutelte Taxibranche kann ein wenig Ruhe einkehren.

Erstellt: 09.02.2020, 17:30 Uhr

Artikel zum Thema

«Die Hälfte der Familien der Taxifahrer bezieht Sozialhilfe»

Die Branche freut sich über das neue Zürcher Taxigesetz. Sie weiss aber: Das Grundproblem ist älter als Uber. Mehr...

Sicherer und gelassener in die Taxi-Zukunft

Analyse Das Taxigesetz, das am 9. Februar zur Abstimmung kommt, bringt Verbesserungen für die Fahrer und die Fahrgäste. Mehr...

Kommt nun das Uber-Verbot in Zürich?

Ein neues Taxigesetz soll gleich lange Spiesse für alle schaffen. Doch das Vorhaben trifft auf Widerstand. Darum geht es in der Volksabstimmung. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Paid Gallery

Erleben Sie ein einmaliges Abenteuer in Australien

Unendliche Weiten und spektakuläre Landschaften: An diese zweiwöchige Reise werden Sie sich Ihr Leben lang erinnern.

Kommentare

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Die Welt in Bildern

Aufwändige Feier: Farbenfroh ist der Karneval in Macedo de Cavaleiros, Portugal. (25. Februar 2020)
(Bild: Octavio Passos/Getty Images) Mehr...