Ein grosser Kämpfer für Afrika und die Welt

Kofi Annan ist der Träger des diesjährigen Gottlieb-Duttweiler-Preises. Der Ex-Generalsekretär der Uno erhielt die mit 100'000 Franken dotierte Auszeichnung am Montagabend in Rüschlikon.

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Die Preisverleihung im frisch renovierten Gottlieb-Duttweiler-Institut (GDI) war auch «ein kleines Jubiläum», wie Gisèle Girgis-Musy, die Präsidentin der Stiftung Im Grüene, in ihren Begrüssungworten sagte. Vor 50 Jahren hatten die Mitglieder der Migros-Genossenschaft Gottlieb Duttweiler zum 70. Geburtstag 200'000 Franken geschenkt, auf dass er mit diesem Geld einen Preis ausrichte.

1970 zum ersten Mal vergeben, ist die wichtige Auszeichnung bisher neunmal in unregelmässigen Abständen an Persönlichkeiten überreicht worden, die sich durch «hervorragende Leistungen zum Wohle der Allgemeinheit verdient gemacht haben (...) für eine kulturelle, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Umwelt, in der sich jeder entfalten und an deren Weiterentwicklung ein jeder eigenständig mitwirken kann». Unter den Preisträgern figurieren der frühere deutsche Aussenminister Joschka Fischer (2004), der Medienunternehmer Roger Schawinski (1998) sowie der Autor Vaclav Havel (1990).

In seiner Laudatio pries der britisch-sudanesische Mobilfunkunternehmer Mo Ibrahim den 70-jährigen Ghanaer Kofi Annan als «einen grossen Staatsmann, einen unermüdlichen Kämpfer für die Menschenrechte und den Rechtsstaat sowie einen Beschützer der Schwachen, Bedürftigen und Armen». Die Verleihung des Preises in Rüschlikon zeige, sagte Ibrahim ironisch, dass nicht alle Schweizer ein Problem mit schwarzen Schafen hätten. Alt-Bundesrat und Annan-Freund Adolf Ogi indes erinnerte in seiner dreisprachigen Lobrede an die Verdienste Annans bei der Formulierung der Millenniumsziele der Uno im Jahr 2000 und pries die Rolle des Sports beim Erreichen dieser Entwicklungsvorgaben: «Kofi, du hast so viel für die Welt getan – danke!»

Annan selbst rief in seiner Festrede die hochkarätigen Gäste aus Politik und Wirtschaft, unter ihnen Bundespräsident Pascal Couchepin, dazu auf, sich zwei Herausforderungen zu stellen. Zum einen gelte es, die geistigen Barrieren zu überwinden, die oft noch das Denken über Afrika bestimmten. Zum andern sei es ratsam, Gottlieb Duttweilers gutem Beispiel in der Schweiz zu folgen und sich zu fragen, wie einem aufstrebenden Afrika geholfen werden könne, sein riesiges Potenzial zu erreichen. Angesichts des noch häufigen Mangels an staatlichen Institutionen müsse die Privatwirtschaft eine wichtige Rolle spielen. «Wenn wir mit derselben Kreativität, derselben Unerschrockenheit agieren wie Duttweiler, so wird Afrika meiner festen Überzeugung nach zur neuen Grenze dieses Jahrzehnts werden», sagte der Friedensnobelpreisträger. Ihn beseelt, wie er beim Verlassen seines Uno-Postens sagte, «ein hartnäckiges Gefühl der Hoffnung». (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.09.2008, 07:55 Uhr

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