«Es hat zweimal nicht gepasst»

Bereits der zweite Männerbeauftragte hat gekündigt. Helena Trachsel, die Leiterin der Fachstelle für Gleichstellung, sagt, weshalb sie künftig auf ein gemischtes und junges Duo setzt.

Für Helena Trachsel kommt das erneute Interesse der Medien völlig unerwartet.

Für Helena Trachsel kommt das erneute Interesse der Medien völlig unerwartet. Bild: Sophie Stieger

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Frau Trachsel, nach sieben Monaten hat Edgar Frey, der zweite für Männerfragen beauftragte Mann Ihrer Fachstelle, gekündigt …
… dass dieser Abgang erneut ein solches Medieninteresse verursacht, hätte ich wirklich nicht erwartet.

Warum?
Edgar Frey hat durch den Berufswechsel von der Personalabteilung zu uns deutlich realisiert, dass es ihm in der Gleichstellungsarbeit nicht gleich wohl ist und sein Herz für HR-Themen schlägt.

Aber ist es für Sie plausibel, dass der zweite Wechsel innert 15 Monaten Fragen aufwirft?
Ja, ich verstehe, dass das Fragen aufwirft.

Gab es Differenzen zwischen Ihnen beiden?
Nein, die gab es wirklich nicht. Ich schätze Freys Arbeit, kann aber seine Beweggründe verstehen.

Fehlt Ihnen das Gespür, die Stelle mit der richtigen Person zu besetzen?
Nein. Es hat zweimal einfach nicht gepasst. Wir haben aber auch dazugelernt und nicht zuletzt deshalb die Stelle nun intern besetzt.

Welche Spuren hat Frey hinterlassen?
Engagiert hat er sich beispielsweise für den Prix Balance, den wir Anfang 2014 ausschreiben und im September an Unternehmen verleihen, die besonders auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf achten. Dabei hat Frey seine Erfahrung aus dem HR-Bereich geholfen. Zudem war er in verschiedenen Netzwerken aktiv.

Das Budget des Kantons ist gerade aktuell. Fürchten Sie nicht, dass an der Stelle gesägt werden könnte?
Nein, denn wir konnten im letzten Jahr mit unseren Projekten zur Chancenvielfalt der jungen Menschen in der Berufswelt zeigen, dass wir mit den Themen einen Mehrwert leisten. Zudem haben wir einen Auftrag vom Kanton, uns auch um Männerfragen zu kümmern.

Erst, als Sie für die wissenschaftliche Mitarbeit zu diesen Fragen einen Männerbeauftragten suchten, bewarben sich Männer. Nun tritt ein gemischtes Team die Nachfolge an. Braucht es für diese Stelle nicht eher nur einen Mann?
Nein, denn die beiden vorherigen Besetzungen hatten genug Signalwirkung. Männer wissen um unsere Stelle und kommen zu uns. Zudem bewerben sich immer wieder Männer für die Mitarbeit, ein Praktikum, oder sie schreiben Arbeiten zum Thema. Das Stellenprofil ist aber seit dem Anfang unverändert. Der Männerbeauftragte war immer ein wissenschaftlicher Mitarbeiter und wird es auch bleiben.

Neu werden das der 22-jährige Yannick Staubli und die 30-jährige Evéline Huber sein, die beide jetzt schon für die Stelle arbeiten. Sind sie nicht zu jung für diesen Posten?
Wir haben beide Mitarbeiter vor allem in der Arbeit mit Jugendlichen als talentierte Vermittler kennen gelernt. Staubli arbeitet seit zwei Jahren bei uns, Huber absolviert ein Praktikum. Deshalb ist es ideal, dass diese beiden in der Gleichstellungsarbeit als Vorbilder auftreten. Dazu kommt, dass wir viele Themen und Anfragen auch im Team behandeln. Ich bin überzeugt, dass wir so für die Zukunft gut aufgestellt sind.

Erstellt: 26.09.2013, 16:59 Uhr

Neues Duo für Männerfragen

Yannick Staubli (22) ist in Zollikon aufgewachsen und studiert Germanistik, Anglistik und Politologie. Er arbeitet seit zwei Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter für die Fachstelle Gleichstellung und hat dabei diverse Projekte betreut, unter anderem den Gleichstellungs-Event mit der afghanischen Graffitikünstlerin Shamsia Hassani im Juni. In seiner Freizeit spielt er beim Grashopper-Club Rugby und Gitarre in einer Band.

Evéline Huber (30) hat Soziologie studiert und zum Thema Geschlechtersegregation in der Berufswelt promoviert. Sie ist Mediatorin und Geschäftsführerin von Weitblick Consulting. Huber absolviert ein Praktikum bei der Fachstelle für Gleichstellung und schreibt regelmässig Beiträge für Blogs zum Thema Gender und Gleichstellung.

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