FCZ-Fans klagen gegen die Stadtpolizei

Die Südkurve wehrt sich gegen das Vorgehen der Zürcher Stadtpolizei. Sie habe Gummischrot gezielt auf Augenhöhe eingesetzt.

Scharf kritisiert: Der Einsatz der Polizei am 15. Mai.

Scharf kritisiert: Der Einsatz der Polizei am 15. Mai. Bild: PD

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Der Marsch der FCZ-Fans vor dem Zürcher Derby am 12. Mai hat juristische Folgen. Wie die Südkurve mitteilt, haben einige Anhänger des FCZ Anzeige erstattet. Sie werfen der Polizei vor, Gummischrot gezielt auf Augenhöhe abgefeuert zu haben. «Aufgrund der zahlreichen dokumentierten Verletzungen im Gesichtsbereich, drängt sich der dringende Verdacht auf, dass der Beschuss auf Kopfhöhe systematisch erfolgte beziehungsweise Teil der Einsatzdoktrin war.»

Die Fans heben hervor, dass der Gummischroteinsatz anscheinend lediglich am hinteren Ende des Umzuges erfolgte, wo die meisten Frauen, Familienväter und Minderjährigen liefen. «Die Ausführungen der Stadtpolizei Zürich, wonach man Gummischrot einsetzen musste, um den Marsch zu stoppen, können nicht stimmen», argumentieren die Fans. Als das erste Gummischrot verschossen wurde, sei der Umzug nämlich bereits seit einiger Zeit stillgestanden, weil er von vorne von einer Polizeikette gestoppt wurde.

«Frauen und Minderjährige verletzt»

Es stimme auch nicht, dass lediglich ein FCZ-Fan am Kopf getroffen worden sei, wie dies die Stadtpolizei angegeben habe. «Auf einen Aufruf der Zürcher Südkurve meldeten sich zahlreiche Personen, die durch Gummischrot im Gesicht und an den Augen verletzt wurden, einige von ihnen ernsthaft, darunter auch Frauen und Minderjährige.» Die Fussballfans zeigen auf ihrer Website entsprechende Bilder.

Dazu komme, dass Personen, die ihre verletzten Kollegen oder – in einem Falle - eine körperlich handicapierte Person aus der Schusslinie bringen wollten, von den Polizisten zurückgewiesen worden seien. «Sanitäter wurden nicht zu den verletzten Fans gelassen», rügt die Südkurve. Sie fordert deshalb eine öffentliche Aufarbeitung dieser Vorfälle.

Marco Cortesi, Sprecher der Stadtpolizei Zürich, wehrt sich gegen die erhobenen Vorwürfe, und zwar mit aller Vehemenz, wie er gegenüber der «Neuen Zürcher Zeitung» sagt (Artikel online nicht verfügbar). Die Polizei habe Kenntnis von einer verletzten Person, die Anzeige erstattet habe. Cortesi gibt an, dass die Kantonspolizei das Vorgehen der Stadtpolizei untersuche. (pia)

Erstellt: 30.05.2013, 08:25 Uhr

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