FCZ und GC präsentieren eigenes Stadionprojekt

Überraschend haben die beiden Zürcher Stadtclubs heute Morgen eigene Pläne für ein neues Fussballstadion vorgestellt. Betroffene wussten bis vor wenigen Stunden noch nicht einmal davon.

Mantelnutzung auf dem Hardturm – Stadion an einem anderen Standort: GC-Präsident André Dosé (l.) diskutiert mit FCZ-Präsident Ancillo Canepa auf dem Hardturmareal.

Mantelnutzung auf dem Hardturm – Stadion an einem anderen Standort: GC-Präsident André Dosé (l.) diskutiert mit FCZ-Präsident Ancillo Canepa auf dem Hardturmareal. Bild: Ennio Leanza/Keystone

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Hier das Stadion – dort der Mantel: FCZ und GC haben zusammen mit der Immobilienfirma Halter AG dem Zürcher Stadtrat heute Morgen – etwas überraschend – ihr Stadionprojekt präsentiert. Es soll eine privat finanzierte Alternative sein für das in der Volksabstimmung abgelehnte Stadionprojekt auf dem Hardturmareal. Die Stadt soll dafür das nötige Land «zu einem symbolischen Baurechtszins» zur Verfügung stellen. Bei der Stadt sagt man dazu derzeit: «Der Stadtrat prüft die Vorschläge».

Das Spezielle an dem Projekt ist die Zweiteilung: Auf dem Hardturmareal sollen Wohnungen und Büros entstehen. Die Einnahmen daraus sollen der Stadionfinanzierung dienen. Das Stadion selbst allerdings soll ganz woanders stehen. Den Initianten schwebt etwa ein Grundstück neben dem geplanten Eishockeystadion in Zürich-Altstetten vor oder ein Areal beim Bahnhof Stettbach. Dieses ist zwar in Stadtzürcher Besitz, liegt aber auf Dübendorfer Gemeindegebiet.

Dennoch haben die Initianten die Stadt Dübendorf nie informiert, wie Stadtschreiber David Ammann auf Anfrage sagte. Das tat erst ein Vertreter der Stadt Zürich am Freitagvormittag, nachdem auch der Zürcher Stadtrat von den Ideen erfahren hatte. Auch Dübendorf werde jetzt die Sache prüfen.

Laut Mitteilung soll als Bauherrin eine noch zu gründende Neue Fussballstadion Zürich AG auftreten. Gründungsaktionäre wären die beiden Clubs und die Halter AG. Die Kosten für die Projektentwicklung werden mit rund 15 Millionen Franken angegeben. Die Fussballclubs würden dereinst zwei Millionen Franken Miete pro Jahr zahlen.

Zweckbindung für Hardturmareal

Der Haken am angedachten Projekt: Die Credit Suisse (CS) hatte das Hardturmareal der Stadt explizit zum Bau eines Sportstadions verkauft, nachdem ihre eigenen Stadionpläne am Widerstand aus der Bevölkerung gescheitert waren. Sollte kein Stadion gebaut werden, so hat die CS bis 2035 ein Rückkaufsrecht. Die Stadt kann also nicht einfach über das Land verfügen.

Sie wollte auf dem Hardturmareal – als Ergänzung zum multifunktionalen Letzigrund – ein reines Fussballstadion und daneben kostengünstige Wohnungen bauen. Am 22. September 2013 sagte das Stimmvolk knapp Nein zum Stadion und wuchtig Ja zur Wohnsiedlung. Wegen der Zweckbindung beim Landkauf kann allerdings die Siedlung ohne Stadion nicht realisiert werden. (jcu/sda)

Erstellt: 25.10.2013, 11:59 Uhr

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