Fall Flaach: Das sagt Regierungsrat Martin Graf

Martin Graf hat als Vorsteher der Direktion des Innern die Aufsicht über die Kesb. Nun hat er von der Kesb Winterthur und dem Bezirksrat Berichte angefordert und will auch eine externe Untersuchung des Falls.

Will eine rasche Klärung des Falls: Regierungsrat Martin Graf.

Will eine rasche Klärung des Falls: Regierungsrat Martin Graf. Bild: Dieter Seeger

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Heute Montagnachmittag hat erstmals der Kanton Stellung zum Fall Flaach bezogen. Gemäss einer Mitteilung hat Martin Graf (Grüne), Vorsteher der Direktion der Justiz und des Innern (JI), die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Winterthur-Andelfingen (Kesb) und den Bezirksrat Winterthur heute aufgefordert, im Zusammenhang mit den Kindstötungen in Flaach innerhalb von zwei Wochen je einen Bericht vorzulegen.

Die Direktion hat «mit grossem Bedauern» Kenntnis vom Fall genommen, heisst es. Sie hält fest, dass es sich bei der Kesb um eine Gemeindebehörde handelt, die vom Kanton, präziser: vom Gemeindeamt beaufsichtigt wird. Diese Aufsichtsbehörde habe die Aufgabe, die Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität der Kesb-Tätigkeit zu gewährleisten. Einzelne Kesb-Entscheide könne sie jedoch nicht korrigieren. Das bleibe den gerichtlichen Beschwerdeinstanzen vorbehalten.

Externer Bericht «sehr wahrscheinlich»

Die Aufsichtsbehörde könne allerdings Abklärungen veranlassen und einschreiten, wenn Geschäfte fehlerhaft geführt oder Unregelmässigkeiten festgestellt werden. Die heute verlangten Berichte der Kesb und des Bezirksrats sollen das Handeln der Behörden genau aufzeigen und in der zweiten Januarhälfte vorliegen. «Sehr wahrscheinlich» ist laut Graf, dass anschliessend durch ein externes Gutachten auch das fachliche Verhalten der Behörden untersucht und beurteilt wird.

Ziel aller zuständigen Behörden sei, solche tragischen Ereignisse so weit wie möglich zu verhindern. Entsprechend wolle Regierungsrat Martin Graf eine rasche Klärung der Umstände.

Erstellt: 05.01.2015, 15:11 Uhr

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