Fall «Nervous-Bar»: «Unschöne Art auf beiden Seiten»

Die Stadt Zürich zahlt den Ex-Betreibern der Schwulenbar Geld und entschuldigt sich. Für die SVP eine «bittere Geschichte», für die SP eine «juristische, keine politische» Angelegenheit.

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Heute teilte die Stadt Zürich mit, dass der Streit um die Schliessung der Nervous-Bar beigelegt sei. Möglich gemacht hat das ein Vergleich, bei dem die Stadt «alle Kosten» begleicht, welche den Ex-Betreibern Jens Gloor und Carlos Garotta entstanden sind. Zudem entschuldigt sich der Stadtrat offiziell bei den beiden.

Der Einigung vorausgegangen war ein unschöner Kleinkrieg, in dessen Verlauf Gloor unter anderem die Stadtpräsidentin derart bedroht hatte, dass sie monatelang unter Polizeischutz gestellt werden musste. Trotzdem zahlte die Stadt den beiden monatelang die Wohnungsmiete, da diese geltend machten, durch die widerrechtliche Schliessung der Bar in den Ruin getrieben worden zu sein.

«Bitter»

Der Fall Nervous-Bar ist für Roger Liebi, Präsident der Stadtzürcher SVP «eine bittere Geschichte», wie er auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch sagt. Das Eingeständnis der Stadt erfolgt seiner Meinung nach viel zu spät. Doch auch das Verhalten von Gloor und Garotto sei nicht tolerierbar gewesen. «Die Sache ist auf unschöne Art auf beiden Seiten eskaliert.» Sein Fazit: «Die Stadt muss lernen, Unternehmern keine Knüppel zwischen die Beine zu werfen.»

Beatrice Reimann, Co-Präsidentin der Stadtzürcher SP ist «persönlich froh, dass es zu einer Einigung gekommen ist». Die Frage, ob es in Ordnung sei, dass der Steuerzahler nun Geld an die Betreiber der Nervous-Bar bezahlen muss, nachdem diese sich öffentlich äusserst ausfällig zeigten und die Stadtpräsidentin der eigenen Partei bedrohten, beantwortet Reimann nicht. Das sei «eine juristische und keine politische Frage». Dass die Öffentlichkeit nicht weiss, wie viel Geld an die Betreiber geht, ist für Reimann verständlich: «Das ist bei solchen Einigungen nicht üblich.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.07.2011, 16:38 Uhr

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