«Flirttechnisch ist das Rauchverbot sehr praktisch»

Das Rauchverbot in Zürcher Restaurants kommt. Die Zigarette vor der Tür bringt aber nicht nur Nachteile. Beim Rauchen können Kontakte geknüpft werden oder Liebschaften entstehen.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Jetzt ist es amtlich: In den Zürcher Restaurants darf nur noch in abgetrennten Fumoirs geraucht werden. Wo es keine solchen Räume gibt, heisst es künftig: Bitte rauchen Sie vor der Türe.

Flirten beim Rauchen

Doch die neue Regelung sollte Raucherinnen und Raucher nicht in absolute Verzweiflung stürzen. Das Ganze hat auch einen Vorteil: «Smirting» ist das Zauberwort – Rauchen und Flirten in einem. In England und Irland, wo das Rauchverbot schon länger besteht, ist diese Art der unverbindlichen Kontaktaufnahme vor den Pubs längst ein weit verbreitetes Phänomen. Dort wird allabendlich geschäkert, geflirtet und geplaudert was das Zeug hält.

Auch in Zürich könnte sich das «Smirting» als positive Nebenwirkung für Raucher durchsetzen. «Flirttechnisch gesehen, ist das Rauchverbot sehr praktisch», meint Thomas Peter, der seit 10 Jahren Flirtkurse in der Schweiz anbietet. «Es ist eine gute Möglichkeit, Kontakt mit Leuten zu schliessen, denen man vorher im Lokal noch nicht begegnet ist und denen man ohne das Rauchverbot wohl auch gar nie begegnen würde.»

Extremsituationen schweissen zusammen

Weil Gemeinsamkeiten verbinden und jede Extremsituation – ob gut oder schlecht – zusammenschweisst, komme man beim gemeinsamen Rauchen vor der Restauranttüre oder auf dem Balkon leicht ins Plaudern, so Peter. «Es gibt jede Menge Anknüpfungspunkte. Der banalste ist das Gespräch über das Wetter: Wird es kalt, kann man darüber jammern. Scheint die Sonne, kann man sich gemeinsam über die warmen Temperaturen freuen. Bei Regen muss man sich an die Hauswand drücken und kommt sich so näher.»

Wichtig sei dabei, dass man nicht zu viel negative Themen angehe. «Beim Flirten will man das Gegenüber ja positiv berühren. Schliesslich will niemand jemanden kennen lernen, der nur miesepetrig ist. Eine positive Grundeinstellung färbt ab auf das Gegenüber.» So gesehen sei die gemeinsame Zigarette vor dem Restaurant eine gute Art des Anbandelns, meint der Flirtspezialist. «Aber fangen Sie deswegen bloss nicht an zu rauchen. Man kann auch ohne eine Zigarette in der Hand Kontakte knüpfen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.09.2008, 11:33 Uhr

Paid Post

Von Klischees und Ritualen

Schweigend essen und schwatzend lesen: Am Mittagstisch kommen Älpler Makronen und Städter-Klischees auf den Tisch. (Teil 3/4)

Kommentare

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Wellness fürs Schaf: An der «Sichlete» nach dem Alpabzug gestern in Bern hält dieses Tier ganz entspannt seinen Kopf hin. Die Schur nach einem Sommer auf der Alp ist wohl tatsächlich eine Erleichterung (18. September 2017).
(Bild: Peter Klaunzer) Mehr...