Flughafentaxis forderten 33 Prozent höhere Tarife

Die Taxiunternehmen am Zürcher Flughafen waren mitten im Kampf gegen deutsche Konkurrenten, als sie markante Aufschläge einführen wollten. Nun wurden sie zurückgepfiffen.

Teure Fahrt: Ein Flughafengast lässt sich mit dem Taxi chauffieren.

Teure Fahrt: Ein Flughafengast lässt sich mit dem Taxi chauffieren. Bild: Keystone

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Der Streit um die Frage, ob deutsche Taxis am Flughafen Fahrgäste aufnehmen dürfen, war in vollem Gange – da planten die beiden am Flughafen tätigen Taxiunternehmen 7x7 und 7x4 bereits die nächste Neuerung: eine massive Preiserhöhung. Um bis zu 33 Prozent sollten die Tarife steigen.

Vorgesehen war eine Erhöhung der Grundtaxe von 6 auf 8 Franken und eine Erhöhung des Kilometerpreises von 3.80 auf 5 Franken. Eine Fahrt vom Flughafen ins Stadtzentrum Zürich wäre damit beispielsweise um rund 15 auf 68 Franken verteuert worden. Zusätzlich wollten die Taxiunternehmen eine Pauschale von 30 Franken für Kindersitze, einen Zuschlag von 10 Franken ab dem fünften Fahrgast sowie weitere fünf Franken für das Tragen von Gepäck verrechnen.

Überrissen und ungeschickt

«Überrissen» findet die zuständige Klotener Stadträtin, Priska Seiler (SP), die geplante Preiserhöhung. Und sie hält es für «taktisch ungeschickt», mitten im Streit mit den deutschen Taxifahrern die Preise erhöhen zu wollen.

Preisüberwacher Stefan Meierhans teilt Seilers Meinung, was die Tarife betrifft. Er hat der Stadt Kloten empfohlen, das neue Tarifsystem abzulehnen – was die Stadt auch getan hat. «Es gibt keine ausreichende Begründung für eine solche Erhöhung», sagt Meierhans, «die Teuerung war seit der letzten Preiserhöhung im Juli 2008 sogar negativ.» Die Taxitarife in Kloten seien heute ähnlich hoch wie jene in der Flughafenstadt Genf, einer Stadt mit eher höheren Lebenshaltungskosten.

André Küttel, Geschäftsführer von 7x7, weist die Kritik zurück. «Uns ging es darum, einen Höchsttarif einzuführen, der eine flexiblere Preisgestaltung ermöglicht.» Heute gilt ein Einheitstarif. Die Preiserhöhung und der Streit mit den Deutschen seien zeitlich eher zufällig zusammengefallen: «Die Sache mit Deutschland köchelt seit 2010 – und eine Lösung ist nicht in Sicht. Wir können aber nicht ewig mit einer Preiserhöhung warten.»

Zehn Franken für Kindersitz

Inzwischen haben sich die Stadt Kloten und die Taxifahrer auf einen nur leicht erhöhten Tarif geeinigt – auch wenn die Taxiunternehmer damit nicht so glücklich sind. Demnach steigt einzig der Kilometerpreis von 3.80 auf 4 Franken. Neu gelten diese Tarife als Höchstpreise. Es darf also auch billiger gefahren werden. Die Zuschläge sind bis auf einen weggefallen: Taxifahrer dürfen künftig maximal zehn Franken verrechnen, wenn sie für einen Fahrgast einen Kindersitz holen müssen.

Allerdings ist auch diese Preiserhöhung noch nicht definitiv. Einige Taxifahrer haben beim Bezirksrat Einsprache erhoben. Sie fordern eine grundsätzliche Umgestaltung des Preissystems. Kilometertarife sollen neu pro Person verrechnet werden, und Kurzstrecken sollen teurer sein als Langstrecken. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.04.2013, 11:44 Uhr

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