Fluglotsen und Piloten warnen vor dem Lärmdiktat

Während der Bund den Ostanflug lobt, sorgen sich die Fluglotsen um die Sicherheit. Die damit verbundenen Kreuzungen erhöhten das Unfallrisiko.

«Je mehr Kreuzungen, desto höher ist das Risiko»: Swiss-Maschinen am Flughafen Zürich.

«Je mehr Kreuzungen, desto höher ist das Risiko»: Swiss-Maschinen am Flughafen Zürich. Bild: Keystone

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Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) hat am Dienstag sechs Varianten für das Flugregime am Zürcher Flughafen publiziert. Im Bericht lobt der Bund die Variante Ost, bei welcher die Flieger von Osten auf der Piste 28 landen und primär auf der Piste 32 nach Norden gestartet wird.

Wie Mario Winiger, Sprecher des Fachverbands der Verkehrsleiter Aerocontrol, gegenüber dem «Landboten» (Artikel online nicht verfügbar) sagt, wiesen die Ostanflüge viele Kreuzungen der Flugwege auf. Darum ist die Ost-Variante den Flugverkehrsleitern der Skyguide ein Dorn im Auge. Winiger warnt: «Je mehr Kreuzungen, desto höher das Risiko.» Winiger moniert, dass in Zürich die Lärmverteilung die grössere Rolle spiele als die Sicherheit. Die Flugverkehrsleiter bevorzugen die Nord-Süd-Variante. Bei dieser Option würden die Maschinen geradeaus nach Süden starten, statt mit einer Kurve über den Flughafen an Höhe zu gewinnen.

An Windverhältnissen orientieren

Winiger legt den Finger auf ein weiteres Problem: Die Sperrzeiten müssten minutengenau eingehalten werden. Sinnvoller wäre indessen eine Lösung, die mit Zeitfenstern arbeite. Bereits heute müssten die Anflüge auf den Flughafen Zürich um Punkt 21 Uhr umgestellt werden. «Meist herrscht um diese Zeit viel Verkehr über dem ohnehin komplexen Luftraum von Zürich, das macht die Umstellung schwierig.»

Auch die Pilotengewerkschaft Aeropers äussert sich kritisch zu den vom Bazl vorgelegten An- und Abflugvarianten. Es werde zu einseitig nur über den Lärm diskutiert, während sich praktisch alle Flughäfen an den jeweiligen Windverhältnissen orientierten, sagt Thomas Steffen, Sprecher der Aeropers. Grundsätzlich seien aber sämtliche Varianten machbar und würden die geforderte Sicherheit erfüllen.

(pia)

Erstellt: 11.10.2012, 08:13 Uhr

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