Flugshow am Züri-Fäscht hilft beim CO2-Sparen

Die Auftritte der Patrouille Suisse über dem Zürichsee produzieren innert 40 Minuten 20 Tonnen CO2. Doch ohne die Show würden die Piloten mit den leistungsfähigeren F/A 18-Jets fliegen.

Elitesoldaten in der Luft: Die Patrouille Suisse hat viele Fans und Kritiker.

Elitesoldaten in der Luft: Die Patrouille Suisse hat viele Fans und Kritiker. Bild: VBS

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Show der Schweizer Luftwaffe am Züri-Fäscht spaltet die Gemüter. Während sich Zehntausende auf die Kampfflieger der Patrouille Suisse freuen, wird der Auftritt gleichzeitig als lärmig und umweltschädlich kritisiert. Grüne und linke Politiker sehen die Bewilligung der Flugshow als krassen Widerspruch zum Ziel Zürichs, zur 2000-Watt-Gesellschaft zu werden.

Nun haben die SP-Gemeinderäte Jean-Daniel Strub und Mark Richli zusammen mit 34 Mitunterzeichnenden gar eine dringliche Anfrage an den Stadtrat gerichtet. Sie wollen von der Stadtregierung wissen, warum sie von der bisherigen Haltung abgewichen ist und zwei Patrouille-Suisse-Shows bewilligt hat. Der Gemeinderat fühlte sich durch den Entscheid hintergangen, da der zuständigen Kommission versichert worden sei, dass keine Flugshow stattfinden werde. Strub und Richli fragen ebenfalls, wie sich der Einsatz mit dem Nachhaltigkeitsgrundsatz vertrage, zu dem der Gemeinderat das Züri-Fäscht verpflichtet hat.

Für den Looping sind über 900 km/h nötig

«Wir sind eingeladen worden, unser Programm über dem Zürcher Seebecken zu zeigen. Bei einem solchen Grossanlass muss man diverse Emissionen aller Art akzeptieren», sagt Daniel Hösli, Kommandant der Patrouille Suisse gegenüber Tagesanzeiger.ch. «Die Schweizer Luftwaffe beachtet wenn immer möglich den Umweltaspekt», sagt Sprecher Jürg Nussbaum auf Anfrage. Dabei beschränke man das Fliegen auf das Minimum, um das nötige Training durchführen zu können, welches die Sicherheit und Auftragserfüllung garantiere, so Nussbaum.

Öko-Treibstoff oder besonders schonendes Fliegen sind bei der Patrouille Suisse aber nicht möglich. Die Maschinen werden nach wie vor mit Kerosen betrieben. Langsamer fliegen ist laut Hösli nicht möglich. Der Looping muss beispielsweise mit über 900 km/h geflogen werden.

Ohne die Show würde laut Hösli nicht weniger geflogen. «Die Piloten der Patrouille Suisse absolvieren nicht mehr Trainings- und Einsatzstunden als andere Berufsmilitärpiloten.» Erfolgen diese Flüge nicht bei der Patrouille Suisse, so wird zu Trainingszwecken mit F/A-18 geflogen. Diese stossen unter dem Strich mehr CO2 aus als die Tiger der Kunstflugstaffel. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 25.06.2010, 12:14 Uhr

Artikel zum Thema

«Laute Kampfflieger haben nichts mit einem schönen Fest zu tun»

Die Diskussion um die Kampfjet-Show am Züri-Fäscht ist für SVP-Mann Mauro Tuena heuchlerisch. Bei der Frage nach der CO2-Kompensation ist er sich jedoch mit dem Grünen Balthasar Glättli einig. Mehr...

Flugshows in Zürich verursachen so viel CO2 wie Mauchs Shanghai-Reise

Der Auftritt der Kampfjets der Patrouille Suisse am Züri-Fäscht wird von Links-Grün als umweltschädlich kritisiert. Die Show verursacht gleich viel CO2 wie die Reise von Corine Mauch nach Shanghai. Mehr...

Schwenker des 2000-Watt-Stadtrats

Düsenflugzeuge waren am Züri-Fäscht lange verboten. Doch diesmal darf die Patrouille Suisse auftreten. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Paid Post

Neue Perspektiven der Schweiz erleben

Die Air Zermatt AG und der Autovermieter Hertz sorgen für eine sichere und erlebnisorientierte Mobilität, die neue Perspektiven eröffnet.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Reif für die Insel: Die philippinische Insel Boracay ist wieder für Touristen geöffnet. Sie war wegen Umweltprobleme geschlossen worden. Viele Hotels und Geschäfte sollen ihr Abwasser samt Fäkalien jahrelang ins Meer geleitet haben. Hier ist die vulkanische Formation Williy's Rock auf der Insel zu sehen. (16. Oktober 2018)
(Bild: EPA/Mark R. Cristino) Mehr...