Flugstunde am Zürichberg

In der Masoalahalle leben seit dem Frühjahr vier Komoren-Flughunde. Trotz ihrer spektakulären Spannweite von 140 Zentimetern weigerten sie sich anfangs, ihre Flügel zu fliegen zu benutzen.

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Auch Flughunde brauchen manchmal Flugstunden. Im Zoo Zürich leben zwei Flughund-Arten: Die kleineren, braunen Rodriguez- Flughunde und die grossen, dunkel gefärbten Komoren-Flughunde. Der Zoo beteiligt sich an den internationalen Zuchtprogrammen. Seit kurzem kann man sie hoch oben in den Baumwipfeln der Masoala- Regenwaldhalle entdecken: Vier männliche Komorenflughunde sind aus zwei englischen Zoos nach Zürich gezügelt. Sie werden zu Zuchtzwecken an andere Zoos ausgeliehen. Im Gegensatz zu Fledermäusen ernähren sich Flughunde vornehmlich vegetarisch, und sie orientieren sich auch nachts nicht mit Ultraschallrufen sondern sehend.

Die Komoren-Flughunde mit einer stattlichen Flügelspannweite von 1,40 Metern mochten ihrem Namen zum Trotz am Anfang aber gar nicht fliegen, wie Kurator Martin Bauert am Zoo-Apéro vom Mittwoch erklärte. Zuerst musste das Quartett die übliche Quarantäne absitzen. Anschliessend wurde es in einer abgetrennten Voliere an das Leben in der Halle gewöhnt. Hier seien die Roten Varis - Halbaffen - die Chefs, sagte Bauert. Und die sind, genau wie die Flughunde, scharf auf Früchte.

Lieber klettern als fliegen

Nach der Angewöhnungszeit öffneten die Tierpfleger den Schieber - aber die Flughunde weigerten sich, aus der Voliere zu kommen. Reife Bananen lockten sie zwar nach draussen - aber mit dem letzten Bissen waren sie auch schon wieder drin. Und als der geschlossene Schieber eine Rückkehr verhinderte, krochen und kletterten sie aussen an der Voliere umher.

Schliesslich habe man die verlockenden reifen Früchte systematisch immer weiter weg gehängt und habe Kletterhilfen abgeräumt, sagte Bauert. So konnte man die Flughunde schliesslich dazu bringen, zu den Futterstellen zu fliegen. Mittlerweile haben sie eingesehen, dass sich die Halle besser im Fliegen als im Klettern entdecken lässt. Die kecken Roten Vari übrigens verjagen die Komoren-Flughunde laut Bauert inzwischen souverän mit ein, zwei Flügelschlägen.

Erstellt: 18.08.2010, 14:38 Uhr

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