Gefährliche Annäherung über dem Flughafen Zürich

Weil ein Skyguide-Ausbildner bei einer lernenden Lotsin zu spät eingriff, kamen sich zwei Swiss-Flieger gefährlich nahe.

War auf Kollisionskurs mit einem Airbus A330 derselben Fluggesellschaft: Ein Jumbolino der Swiss.

War auf Kollisionskurs mit einem Airbus A330 derselben Fluggesellschaft: Ein Jumbolino der Swiss. Bild: Keystone

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Am 22. März 2013 kamen sich kurz nach 18 Uhr zwei Swiss-Flugzeuge nach dem Start im Luftraum über dem Flughafen Zürich gefährlich nahe. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) analysierte den «schweren Vorfall». Für die Experten steht fest, dass die Ursache bei der Flugsicherung Skyguide zu suchen ist.

Eine Lotsin, die sich in Ausbildung befand, sass am Abflugradar – betreut von einem Instruktor. Dieser griff zu spät ein, als sein Protegé nicht rechtzeitig erkannte, dass sich die beiden Maschinen auf Konfliktkurs befanden. Die Lernende war zudem von einem anderen Flugzeug abgelenkt, das südwestlich des Flughafens unterwegs war.

Warnsysteme alarmierten Lotsen und Piloten

Wie aus dem Schlussbericht der Sust hervorgeht, alarmierte das Warnsystem am Boden die Lotsen, worauf der Instruktor der Crew eines Jumbolinos auf dem Weg nach Nürnberg befahl abzudrehen. Wenige Sekunden später alarmierten die Kollisionsverhinderungssysteme (TCAS) der Flugzeuge die Piloten: Jenes des Jumbolinos befahl der Besatzung zu steigen, jenes der anderen Maschine, eines Airbus A330 nach Newark, ordnete einen Sinkflug an.

Die Piloten zögerten nicht und befolgten die entsprechenden Anweisungen. Der geringste Abstand der beiden Swiss-Flugzeuge betrug bei der gefährlichen Annährung horizontal drei Kilometer und vertikal 106 Meter beziehungsweise 2,7 Kilometer und 160 Meter.

Startintervalle nicht angepasst

Die Unfallexperten halten in ihrem Schlussbericht auch fest: Wenn die Lotsen nicht eingreifen, führen am Flughafen Zürich verschiedene Standardflugrouten bei ungünstiger Startsequenz zwangsläufig dazu, dass gestartete Maschinen sich auf Konfliktkurs begegnen. Als begünstigenden Faktor erwähnt die Sust zudem, dass die Zeitintervalle des abfliegenden Verkehrs in den Minuten vor dem schweren Vorfall nicht angepasst worden waren.

Wie aus dem Bericht hervorgeht, nahm die lernende Lotsin ihre Arbeit nach einer kurzen Besprechung mit ihrem Instruktor und weniger als zwei Minuten wieder auf. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.04.2015, 19:12 Uhr

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