Giusep Fry hat erneut das Baugesetz verletzt

Ab sofort gilt auf der Terrasse des Hotels Uto Kulm für Frys neustes Projekt ein Baustopp.

Giusep Fry, Hausherr auf dem Uetliberg. Bild Tom Kawara

Giusep Fry, Hausherr auf dem Uetliberg. Bild Tom Kawara

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ärgerliche Post aus Stallikon für Giusep Fry. Die Gemeinde, auf deren Hoheitsgebiet der Uetliberggipfel liegt, hat dem Hotelier kurz vor Pfingsten schriftlich mitgeteilt, dass er an der laut Baugesuch geplanten «Holzkonstruktion mit Beschattung» nicht weiter zimmern darf. Befolge er die Verfügung nicht, drohe ihm eine Busse.

Was ist passiert? Fry will an der Wand des ehemals verglasten Wintergartens ein Vordach als Sonnenschutz einrichten. Das Holzgerüst ist bereits fest montiert. Bei einem Augenschein auf dem Uto Kulm hat der Stalliker Baukontrolleur am letzten Donnerstag festgestellt, dass sich Fry nicht an die Vorschriften gehalten hat, erklärt Gemeindeschreiber Roberto Brunelli. «Aus der Aussteckung ist fast das fertige Projekt geworden.» ­Allein die Bespannung mit den Sonnensegeln fehle jetzt noch.

Warum hat sich Giusep Fry einmal mehr über Auflagen hinweggesetzt? Uto-Kulm-Mediensprecher Clemens Schuster sagte gestern bloss: «Bis der Beschluss steht, bleibt die Konstruktion so stehen, wie sie ist, und es wird nicht weitergebaut.» Letzte Woche seien noch «Ergänzungen zur Gestaltung» nachgereicht worden. Man hoffe «natürlich auf einen positiven Ausgang». Selbstredend füge sich Fry dem geltenden Recht. Der Baustopp wird erst dann aufgehoben, wenn das neuste Projekt bewilligt ist, das am 8. Mai amtlich publiziert wurde. Dies dürfte frühestens in zwei bis drei Monaten der Fall sein, da im Landwirtschaftsgebiet der Kanton das Sagen hat.

Die südliche Veranda ist seit Dezember 2014 nur noch ein Freiluft-Restaurant, nachdem Fry die widerrechtlich errichteten Dächer und Glaswände an Süd- und Rondoterrasse auf Geheiss des Bundesgerichts hat abbrechen müssen. Bereits Anfang Januar 2015 wollte Fry mit einer neuen Attraktion aufwarten: einer Schlittschuhbahn aus Kunststoff auf der Sonnenterrasse. Doch auch diese Baubewilligung fehlt noch; die Anlage kann er darum frühestens im kommenden Winter einweihen. In seinem Ärger sagte Fry am Dreikönigstag 2015: «Wir hoffen nun, dass uns Stallikon nicht noch weitere Steine in den Weg legt und für jeden Gartenstuhl eine Baubewilligung in siebenfacher schriftlicher Ausführung haben will.»

Erstellt: 26.05.2015, 21:44 Uhr

Artikel zum Thema

Fry hat schon wieder keine Bewilligung

Es ist zwar eisig auf dem Uetliberg – aber es hat keine Eisbahn. Daran wird sich in dieser Saison auch nichts ändern. Uto-Kulm-Besitzer Giusep Fry ärgert sich über die «obstruktive Haltung der Behörden». Mehr...

Ist SRF-Porträt von Uetliberg-Hotelier Propaganda?

«Giusep gibt Gas» eckt an: Wer gegen den Dok-Film über den Uto-Kulm-Hotelier Giusep Fry Beschwerde einreicht. Mehr...

Weiterer Gerichtsentscheid gegen Uto-Kulm-Wirt Fry

Der Gestaltungsplan der Baudirektion zum Uetliberg wurde vom Regierungsrat zu Recht abgelehnt. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Die Welt in Bildern

Grosstransport: Ein vietnamesischer Mann befördert eine Vielzahl an Gütern mit seinem Motorrad durch die Stadt Hanoi. (22. Juli 2019)
(Bild: Minh Hoang / EPA) Mehr...