Giusep Fry lenkt ein

Zuerst kündigte der Uetliberg-Wirt an, sich nicht an die Frist für den Abbruch seiner unrechtmässigen Bauten zu halten. Jetzt will er die betroffenen Terrassen doch Anfang Dezember abreissen.

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«Niemand kann von mir verlangen, dass ich mitten in der Hauptsaison vor Weihnachten abbreche.» So donnerte der Gastronomieunternehmer und Uto-Kulm-Besitzer Giusep Fry vor drei Wochen noch in die Mikrofone. Jetzt ist alles anders. Seine Medienstelle teilt mit: «Giusep Fry wird den Rückbau fristgerecht und pflichtbewusst bis spätestens 4. Dezember 2014 vornehmen.» Damit steht fest, dass sich der Uetliberg-Wirt dem Bundesgerichtsurteil beugt und die widerrechtlich errichteten Dächer und Glaswände abreissen lassen wird. Die Panoramaterrasse des Uto-Kulm soll damit wieder als reine Freiluft-Wirtschaft funktionieren.

Der Grund für das Einlenken ist, dass die Gemeinde Stallikon, auf deren Boden der Uetliberggipfel liegt, keine Fristerstreckung gewähren wollte. Fry hatte nach dem Abbruchbefehl des Bundesgerichts eine solche beantragt. Der Gemeinde habe «die Kompromissbereitschaft» gefehlt, heisst es in der Mitteilung.

Terasse für Wanderer

Für die Gäste des Uto-Kulm bedeutet das laut der Mitteilung, dass bis zum 30. November alles beim alten bleibt. Die geplanten Seminare, Bankette und Hochzeiten können im bisher üblichen Rahmen stattfinden. Ab dem 4. Dezember, nach dem Rückbau, steht die Terrasse Wanderern für die Rast offen. Im nächsten Frühling will Fry für seine Gäste auf der Sonnenterrasse ein bedientes Restaurant und eines mit Selbstbedienung einrichten. Die Silvesterparty, bis jetzt auf dem Uetliberg eine grosse und noble Sache, wird künftig in kleinerem Rahmen stattfinden.

Für die übrigen Events plant Fry Ausweichmöglichkeiten. So will er zwei bisher für geschlossene Veranstaltungen vorgesehene Innenräume im Uto-Kulm neu als À-la-carte-Restaurant nutzen und für Bankette mit bis zu 200 Personen zur Verfügung stellen. Zum Zug kommen sollen aber auch die anderen Gaststätten in Frys Gastroimperium am Uetliberg: Der «Gmüetliberg» bei der Bergstation der Uetlibergbahn wird neu genutzt, denkbar ist laut Fry ein «ganzjähriges Fondue-Chalet». Seine Event-Gäste will Fry auch vermehrt ins «Giardino Verde» in Uitikon umleiten.

Erstellt: 16.07.2014, 17:34 Uhr

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