Happy End im kuriosen Streit um EHC-Puck

Wende in der Klotener Kreiselposse: Baudirektor Martin Neukom kommt den Hockeyfans der Flughafenstadt entgegen.

Das EHC-Logo ist im Zentrum Klotens wieder genehm.

Das EHC-Logo ist im Zentrum Klotens wieder genehm. Bild: Johanna Bossart

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Lange hat er sich Zeit gelassen, der neue Baudirektor Martin Neukom (Grüne) – bis zum letztmöglichen Termin, um eine Anfrage von Mark Wisskirchen, EVP-Kantonsrat und Klotener Stadtrat, zu beantworten. Doch nun ist es draussen.

Der Mega-Puck im Kreisel von Klotens Zentrum darf wieder mit dem Logo des lokalen Eishockeyclubs geschmückt werden. Das hat eine «Neubeurteilung» des kantonalen Tiefbauamts ergeben, schreibt der Regierungsrat in der Antwort, die heute Donnerstag publiziert worden ist. Es handle sich um einen Grenzfall, heisst es weiter. Ausschlaggebend war, dass der 5 Meter hohe EHC-Puck für die Stadt zum Wahrzeichen geworden sei.

Nur bis zur nächsten Sanierung

Eine Einschränkung gibt es aber: Die «Sondergebrauchsverordnung» ist befristet, und zwar bis zur nächsten Instandsetzung des Kreisels. Nichtsdestotrotz freut sich Wisskirchen in einer Mitteilung: «Trotz der grossen Emotionalität auf allen Ebenen bin ich dem Regierungsrat und seiner Baudirektion dankbar für diesen Entscheid.»

Auf Google-Maps war das EHC-Logo nie weg.

Damit setzt der Kanton einen vorläufigen Schlusspunkt unter eine Posse. So hatte der frühere Baudirektor Markus Kägi (SVP) noch darauf gepocht, dass das Logo als nicht erlaubte Werbung im Kreisel taxiert wird. Vonseiten des Kantons lag gar eine Drohung des Zwangsabbruchs auf dem Tisch – auf Kosten der Stadt Kloten. Pikantes Detail: Im Gegensatz zum Winterthurer Neukom ist Kägi ein waschechter Zürcher Unterländer.

Hin und her

Die Stadt musste es im November 2019 verhüllen, worauf die Plastikfolien – vermutlich von Fans – wieder heruntergerissen wurden. Darauf musste eine zweite Abdeckung angebracht werden, diesmal mit Klebestreifen. Diese wurden wiederum von Fan-Sticker überklebt.

So sah der Kreisel nach der ersten Abdeckungsaktion aus. Foto: Johanna Bossart

Doch nun kann das alte Logo wieder aufscheinen, das im Rahmen des 80-Jahre-Jubiläums des Vereins im Jahr 2014 bis zum 30. September 2019 bewilligt worden war. Der Riesenpuck besteht aus 7700 herkömmlichen Pucks.

Da wurde der Puck ein zweites Mal versteckt. Foto: Anna Six

Der anfängliche Widerstand des Kantons war in Kloten auch deshalb auf Unverständnis getroffen, weil ganz in der Nähe ein Kreisel mit einer Flugzeug-Heckflosse der Swiss geschmückt ist. Den Unterschied erklärt der Regierungsrat ebenfalls in der Antwort auf die parlamentarische Anfrage. Die Bewilligung für die Heckflosse erfolgte 2011. Und erst 2012 wurde das Werbeverbot in Verkehrskreiseln erlassen. Aber auch die Swiss musste zurückstecken. Der Fluggesellschaft wurde damals verboten, wie gewünscht Logos rund um den ganzen Kreisel zu platzieren.

Auch die Stadt Kloten freut sich auf Twitter:

Erstellt: 23.01.2020, 10:01 Uhr

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