Harte Kritik an Oprah Winfrey

«Täschligate» provoziert viele Reaktionen auf den Websites von US-Talkerin Oprah Winfrey. Sie kommt dabei schlecht weg.

Erntet Spott und Kritik: US-Talkerin Oprah Winfrey.

Erntet Spott und Kritik: US-Talkerin Oprah Winfrey. Bild: AP Photo

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Das Shoppingerlebnis des amerikanischen TV-Stars Oprah Winfrey in Zürich beschäftigt auch die Webgemeinschaft. Laut Winfreys eigenen Aussagen hat sich die Verkäuferin einer Zürcher Luxusboutique geweigert, der 59-Jährigen eine 35'000 Franken teure Krokodilledertasche zu zeigen. Begründung: Die Tasche sei zu teuer. Für die dunkelhäutige Winfrey ist das Rassismus. Die Besitzerin der Boutique spricht von einem Missverständnis.

Auf ihrer offiziellen Website erntet die Fernsehfrau mit dieser Aussage und ihrem Verhalten überwiegend negative Reaktionen – die meisten von den eigenen Landsleuten. Auf www.oprah.com und ihrer Facebook-Seite sind in den vergangenen Tagen Hunderte von Kommentaren eingegangen. Davon kritisieren mehr als 90 Prozent die in den USA äusserst populäre Talkerin, deren Vermögen auf über 2,7 Milliarden Dollar geschätzt wird. «Schweizer mögen vieles sein, rassistisch sind sie aber nicht», schreibt eine Userin. Ein User vermutet, dass Oprah wohl gekränkt sei, weil sie die Verkäuferin nicht erkannt habe.

«Das ist eine Schande»

Winfreys Reaktion sei höchst unprofessionell und undifferenziert gewesen, sie stelle die Schweiz als ein rassistisches Land dar. Eine Onlinekommentatorin bezeichnet Winfreys Reaktion als überheblich und den Rassismusvorwurf als haltlos: «Die Verkäuferin hatte alles Interesse daran, diese Tasche zu verkaufen und dabei möglicherweise eine Kommission zu verdienen. Das Ganze war ein Missverständnis. Oprah, nehmen Sie nächstes Mal jemand mit zum Shopping!» Ein US-Amerikaner, der während fünf Jahren in Zürich lebt, bezeichnet den Rassismusvorwurf als falsch. Vielmehr sei der schlechte Service in der Schweiz schuld, den er aus eigener Erfahrung kenne.

Zahlreiche User stellen den Preis von 35'000 Franken der Tasche ins Zentrum ihrer Kritik. «Oprah, warum spenden Sie das Geld nicht armen Leuten. Das ist eine Schande», schreibt eine Frau. Eine andere wirft Winfrey vor, den Kontakt zu den einfachen Leuten verloren zu haben. Viele Amerikaner müssten mit 40 Dollar pro Tag auskommen, und Oprah überlege sich, eine Tasche für 40'000 Dollar zu kaufen. Eine Frau schreibt: «Mit diesem Geld, würde ich mir eine Wohnung kaufen um den Rest meines Lebens darin zu wohnen. Sende mir den Betrag, Oprah.» Sie gehöre zur Mittelklasse, sei arbeitslos und besuche darum erneut die Uni, schreibt eine andere Frau. Mit diesem Geld könnte sie sich gleich vier Jahre Ausbildung finanzieren. Andere berichten von eigenen Shoppingerlebnissen, bei denen sie sich schlecht behandelt fühlten.

Mitleid mit Krokodilen

Auf Winfreys Facebook-Seite ist der Grundtenor der Kritik ähnlich. Den Namen nach zu urteilen, sind in den Kommentarspalten Schweizer stärker vertreten als auf Oprahs Website. Wären die Schweizer solche Rassisten, würde Tina Turner wohl kaum seit Jahren am Zürichsee leben, schreibt ein Basler. Wo er wohne, lebten 34 Prozent Ausländer friedlich mit Schweizern zusammen.

Einige zeigen sich sehr enttäuscht über Winfreys Verhalten. Sie sei ein Vorbild gewesen. Doch nach dem Vorfall in Zürich sei Schluss damit, und auch Winfreys Sendungen würden sie nicht mehr schauen, schreiben die Kritiker. «Wo ist Oprahs spirituelle Seite geblieben?», fragt eine Userin. Etliche Kommentierende legen Winfrey nahe, baldmöglichst von der Bildfläche zu verschwinden. Bemitleidet werden neben der Verkäuferin – «poor saleswoman» – auch die Krokodile, die für die Handtaschen ihr Leben lassen müssen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 13.08.2013, 08:13 Uhr

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Oprah Winfrey und die Boutique von Trudie Götz

Oprah Winfrey und die Boutique von Trudie Götz Talkmasterin Oprah Winfrey blitzte in einem Laden von Trudie Götz in Zürich ab.

Schweiz Tourismus krebst zurück

Letzte Woche hatte sich Schweiz Tourismus sofort bei Oprah Winfrey mit einem Tweet entschuldigt: «Wir schäumen vor Wut – diese Person (die Verkäuferin im Zürcher Nobelgeschäft) handelte völlig falsch.» Gestern krebste die Tourismusorganisation zurück. Gegenüber Persönlich.com sagte Mediensprecherin Daniela Bär: «Unser Tweet war zu spontan, unangebracht, wertend und falsch.» In einem weiteren Tweet schreibt jetzt Schweiz Tourismus: «Jeder unzufriedene Gast, der die Schweiz verlässt, ist ein Gast zu viel.» (sch)

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