Hasch-Tests wirken präventiv

In Zürich konnten Kiffer einen Monat lang ihren Stoff testen lassen. Geprüft wurde unter anderem, ob sich Blei im Hanf befindet. Heute endet das Pilotprojekt.

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Wer wissen wollte, was sich ausser Cannabis noch so alles im Stoff befindet, konnte dies seit Anfang September jeweils dienstagabends im Drogeninformationszentrum Zürich DIZ herausfinden. Heute haben Kiffer die letzte Gelegenheit, ihr Gras, Hasch oder Harz kostenlos und anonym testen zu lassen, dann geht das Pilotprojekt zu Ende.

10 Hasch-Proben getestet

Gemäss Donald Ganci, Leiter der Zürcher Jugendberatung Streetwork, der das DIZ angegliedert ist, konnten bis heute 10 Hasch-Proben in drei Sequenzen getestet werden. Das sei angesichts der Tatsache, dass das Testangebot für die Endkunden nicht besonders attraktiv ist, kein schlechtes Fazit. «Für die Konsumenten ist der THC-Gehalt des Stoffs interessant. Den haben wir aber nicht getestet. Wir wollten die Substanzen lediglich auf schädliche Inhaltstoffe hin überprüfen», erklärt Ganci.

Zudem galt es herauszufinden, ob die Konsumenten das Test-Angebot überhaupt nutzen. «Konkrete Erwartungen an die Zahl der Tester hatten wir nicht. Aber wir können sagen, dass man auf diesem Weg das Zielpublikum mit relativ geringem Aufwand erreichen kann.» In den Beratungsgesprächen konnten die Konsumenten auf Risiken ihres Hasch- und Drogenkonsumverhaltens aufmerksam gemacht werden, «für uns ein zentrales Anliegen bei der Durchführung der Tests», betont Ganci. Er ist davon überzeugt, dass eine Weiterführung der Haschtests in jedem Fall machbar wäre.

Alle Analysen bisher negativ

Auch was die getesteten Stoffe selbst anbelangt, können die Projektmitarbeiter eine positive Bilanz ziehen. «Ich muss heute noch fünf Analysen durchführen. Bis jetzt sind aber alle Proben negativ ausgefallen», erklärt Fritz Sager, Chemielaborant und Analytiker beim Bundesamt für Gesundheit.

Sager führt die chemische Tests an den Haschproben durch. Die Messmethoden seien noch in Entwicklung und man lerne mit jeder Probe dazu, schildert er die Vorgänge. Sind die Substanzen bei ihm im Labor angelangt, kann er innerhalb einer knappen Stunde feststellen, ob Blei im Hasch ist oder nicht: «Ich brauche 15 Minuten Aufarbeitung und 20 Minuten Messzeit, dann weiss ich Bescheid.»

Mobile Tests vor Ort, wie sie bereits mit Ecstasy-Pillen gemacht werden, kommen aber laut Sager nicht in Frage. «Die Maschine, in der die Haschproben getestet werden, ist so gross wie ein Kühlschrank und daher nicht zum Transport geeignet.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.09.2008, 11:47 Uhr

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