Hat der Zürcher Wolf ein zweites Schaf gerissen?

Am Sonntagnachmittag ist bei Andelfingen erneut ein totes Schaf gefunden worden. Der Besitzer glaubt, dass ein Wolf das Tier gerissen haben könnte. Es wäre das zweite innert dreier Tage.

Ist es einer von ihnen? Jungwölfe im Calanda-Gebiet, aufgenommen von einer Fotofalle im August 2014.

Ist es einer von ihnen? Jungwölfe im Calanda-Gebiet, aufgenommen von einer Fotofalle im August 2014. Bild: Amt für Jagd und Fischerei Graubünden

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Der Wolf, der im Zürcher Weinland vermutet wird, hat möglicherweise ein zweites Schaf gerissen. Ein Spaziergänger fand das Tier gestern Sonntag etwa um halb vier Uhr am Nachmittag, wie der «Landbote» schreibt. Es weist im Bereich der Kehle Verletzungen auf, die an einen Riss durch ein Raubtier erinnern.

Der Besitzer des toten Schafes vermutet, dass ein Wolf in die Weide eingedrungen sein könnte. Zwar hätten auch schon Füchse Lämmer erlegt, erzählt er – nicht aber ein ausgewachsenes Schaf. «Das Tier muss noch gelebt haben, als es gebissen worden ist», sagte der Mann gegenüber dem «Landboten». Nicht nur im Bereich der Kehle, sondern auch auf der unteren Seite, auf der das Tier schliesslich zu Fall kam, seien im Fell Blutspuren zu sehen.

Zwei Tage nach dem ersten Riss

Noch kurz nach Mittag hatte der Besitzer seine Schafe gefüttert – genau gezählt habe er sie aber nicht, sagte der Schafbesitzer der Zeitung. Das tote Tier lag weit von der Futterstelle entfernt in einem anderen Teil der Weide, sodass der Schafhalter es zuerst gar nicht sehen konnte. Er vermutet, dass das Tier dort schon seit dem Freitag oder Samstag lag – also einen respektive zwei Tage nach dem ersten Fund eines gerissenen Schafes in Andelfingen.

Letzten Donnerstag war bereits auf einer Weide bei Andelfingen ein totes Schaf gefunden worden. Die vorgefundenen Spuren deuteten darauf hin, dass es von einem grösseren, hundeartigen Tier gerissen wurde, wie die kantonale Baudirektion am Freitag mitteilte. Es könnte sich um einen Jungwolf handeln, der sich auf Wanderschaft begeben habe, schrieb der Kanton weiter.

Zeugen einer Wanderschaft: Eine Serie von Rissen deutet darauf hin, dass sich ein Jungwolf aus dem Calanda-Gebiet in den Norden des Kantons Zürich aufgemacht hat.

Bereits in der Nacht vom 1. auf den 2. März sind in der Region Uesslingen TG an der Grenze zum Kanton Zürich ein Schaf gerissen und drei verletzt worden. Am 26., 27., 28. Februar sind an zwei Orten in der Gemeinde Hohentannen TG nahe der Grenze zu St. Gallen erneut mehrere Schafe getötet worden. Ein vierter Wolfsriss wurde am 26. Februar in Heiden im Kanton Appenzell Ausserrhoden verzeichnet. Dort wurden zwei Schafe getötet.

In allen vier Fällen gehen die Fachleute von einem Wolf aus. Füchse oder Luchse schliessen sie aus. Ein definitiver Nachweis des Raubtiers ist erst nach der Auswertung von genetischen Proben möglich. Dazu müssen an den getöteten Schafen Speichelspuren des Wolfs gefunden werden. Die dann folgenden DNA-Untersuchungen dauern mehrere Wochen. Dann weiss man auch, ob es immer der gleiche Wolf war. (lop)

Erstellt: 06.03.2017, 09:19 Uhr

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