Helmuth Werner hat Hausverbot

Der abgesetzte Präsident der Kirchgemeinde wehrt sich. Im Industriequartier spitzt sich der Machtkampf zu.

Fühlt sich unrecht behandelt: Der abgesetzte Kirchgemeindepräsident Helmuth Werner.

Fühlt sich unrecht behandelt: Der abgesetzte Kirchgemeindepräsident Helmuth Werner. Bild: Fabio Derungs

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Seit Helmuth Werner aus der zweiwöchigen Untersuchungshaft entlassen wurde, weibelt er im Industriequartier intensiv für seine Sache. In einem Flugblatt, das dem TA vorliegt, bezeichnet er die Vorwürfe gegen ihn und Mitglieder der Kirchenpflege als «Unwahrheiten und Unterstellungen». Man habe niemals jemandem gedroht oder «unangemessenes Verhalten» gezeigt. Werner war am 10. Juli als langjähriger Präsident der reformierten Kirchgemeinde Zürich 5 abgesetzt worden. Der Kirchenrat eröffnete ein Administrativverfahren und erstattete Strafanzeige wegen Nötigung und ungetreuer Geschäftsführung. In seinem Flugblatt wirft Werner dem Kirchenrat vor, ein «Inquisitionsverfahren» gegen ihn zu führen. «Das Vorgehen wird von vielen Quartierbewohnern als völlig unverhältnismässige Lynchjustiz bezeichnet.» Das Schreiben endet mit der Aufforderung, mehreren Vereinen beizutreten, die Werner unterstützen. Als Absender ist die Wohnadresse Werners angegeben.

Gemäss Kirchenrat sei Werner dabei, einen «Parallelbetrieb» aufzubauen. Er verbreite Unwahrheiten, etwa, dass bestehende Angebote künftig kostenpflichtig würden, und biete seinerseits Kurse an. Dies hat Interimspräsident Uwe Müller-Gauss dazu veranlasst, die Gemeinde in einem Brief zu informieren. Darin heisst es: «Von Herrn Werner angebotene Veranstaltungen sind rein privater Natur und stehen nicht in Zusammenhang mit der Kirchgemeinde.» Ebenfalls ist dem Schreiben zu entnehmen, dass Werner, dessen Frau und zwei Mitarbeiter mit einem Hausverbot fürs Kirchgemeindehaus und die Limmathall belegt wurden. Es stimme ihn nachdenklich, dass es in den letzten Wochen zu Einbrüchen, Diebstählen und Sachbeschädigungen gekommen sei. Unter anderem seien Schlösser verleimt worden, heisst es dazu beim Kirchenrat.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 27.08.2013, 18:13 Uhr

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