Hodler-Bilder: Eine sichere Anlage während der Finanzkrise

In solch schlechten Zeiten legen die Reichen ihr Geld statt in Aktien gerne in Kunst an. Dabei setzen sie auf etablierte Maler wie Ferdinand Hodler.

Macht sich besser an der Wand als Aktien: Ferdinand Hodlers Kunstwerk «Dents-du-Midi» als Finanzanlage.

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«Der Kunstmarkt reagierte heftig auf die Finanzkrise», sagt Dirk Boll, Geschäftsführer des Auktionshauses Christie's in Zürich. Heftig – und in der Folge durchaus positiv, wie sich auch gestern Abend bei Christie's Auktion von Schweizer Kunst im Kunsthaus Zürich gezeigt hat. Seit den grossen Auktionen im November hat sich laut Boll bestätigt, dass das Interesse für Kunst als Kapitalanlage wieder gestiegen ist. «Auf dem Kunstmarkt hat ein neues Zeitalter begonnen. Es wird weniger spekulativ gekauft, sondern mehr in etablierte Kunst investiert.» Das bedeute zwar, dass es junge, noch wenig bekannte Künstler schwerer haben, in den Auktionsmarkt einzusteigen. Dafür erzielen Kunstwerke von erwiesenermassen hoher Qualität gute Preise.

Das Prädikat «etabliert» hat in den letzten Jahren insbesondere Ferdinand Hodler (1853–1918) erreicht. Einzelausstellungen in Paris und Budapest zeigen, dass er international wahrgenommen wird, und seine Werke sind an Auktionen sichere Werte. Zwar blieb Sotheby's im November 2007 auf seinem Gebirgsporträt «Les Dents du Midi» sitzen, doch erzielte kurz zuvor sein Gemälde «Genfersee von Saint Prex aus» den Rekordpreis von 10,9 Millionen Franken.

Preise vervierfachten sich

Innert zehn Jahren vervierfachten sich die Preise für Hodler-Bilder nahezu: 1996 lag der Rekorderlös noch bei 1,3 Millionen Franken. Es handelte sich um eines seiner «Holzfäller-Bilder». Im März 2005 kaufte das Pariser Musée d'Orsay einen «Holzfäller» für 2,5 Millionen Franken. Und dann gings steil bergauf zum «Niesen». Im November 2006 löste Christie's in New York mit «Thunersee mit Niesen» 4,9 Millionen Franken.

Das gestern verkaufte Gemälde «Eiger, Mönch und Jungfrau von Beatenberg aus» ist 1910 entstanden. Es stammt aus Privatbesitz und wurde kürzlich von einer Schmutzschicht befreit, die hauptsächlich aus Nikotin bestand. So aufgefrischt hat das Gemälde wenig von der Düsternis mancher anderer seiner Bergporträts.

Solide einheimische Sammler

Laut Dirk Boll floriert die Schweizer Kunstszene auch deshalb, weil es hierzulande eine «kleine, aber feine Sammlerszene» gebe, die traditionellerweise weniger spekulativ sei. «Die klassischen Sammler liessen sich stets wenig von Hypes beeinflussen.» Und dieser Typus sei in der Schweizer Kunstszene besonders stark vertreten, was sie solid mache. Auch gebe es immer noch viele wohlhabende Schweizer Kunstliebhaber.

Zudem sei global das Interesse an neuen Kulturkreisen gestiegen. «Dabei stehen zwar asiatische Länder wie China oder Indien im Vordergrund.» Doch habe auch die Schweiz zum Beispiel in Amerika einen gewissen Exotenbonus. Und keine repräsentieren diesen besser als Ferdinand Hodlers heroische Bergler und Berge.

Erstellt: 22.09.2009, 04:00 Uhr

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