Hohe Busse für Passagiere, die ihr Leben aufs Spiel setzen

Immer mehr Menschen überqueren trotz Verbot die Geleise an den Bahnhöfen. Häufig sind es junge Männer. Der kurze Sprint vom einen Perron zum andern kann mehr als 700 Franken kosten.

Ungeachtet der Verbote haben im vergangenen Jahr 348 Menschen die Geleise überquert: Ein Warnschild am Bahnhof.

Ungeachtet der Verbote haben im vergangenen Jahr 348 Menschen die Geleise überquert: Ein Warnschild am Bahnhof.

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«Überschreiten der Gleise verboten», die Hinweisschilder zwischen den Perrons an den Bahnhöfen scheinen ihre Wirkung zu verlieren: Im Kanton Zürich ist die Zahl der Verzeigungen von Personen, welche die Gleise trotzdem queren stark angestiegen. 2011 büssten die Statthalter des Kantons 180 Personen, ein Jahr später waren es bereits 348. Bis im März dieses Jahres verzeichnen die SBB bereits 81 dieser Fälle.

Wie die Pendlerzeitung «20 Minuten» schreibt, handelt es sich laut Stichproben mehrheitlich um junge Männer unter 30 Jahren. 2012 kamen fünf Menschen ums Leben, weil sie unerlaubt die Trassees überquerten. Nun reagieren die SBB und wollen ihre Präventionsarbeit in den Schulen verstärken.

Wer im Bezirk Horgen erwischt wird, muss tief in die Tasche greifen: Statthalter Armin Steinmann spricht Bussen von 400 Franken aus – zuzüglich 33o Franken Gebühren. Grund für die hohe Geldstrafe sei, dass beim Unfall Lokführer traumatisiert und andere Passagiere verletzt werden könnten.

Nicht ganz so viel kostet das unerlaubte Überqueren der Geleise in Zürich und Winterthur. Die Stadtrichter haben dort einen festen Ansatz von 80 Franken plus 90 Franken Gebühr. (pia)

Erstellt: 26.04.2013, 08:03 Uhr

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