Hohe Nebenkosten: Vorsicht beim Einzug ins neue Heim

Obwohl sich in Zürich massiv höhere Nebenkosten abzeichnen, haben viele Vermieter die Akontorechnung nicht angepasst. Neumieter müssen auf der Hut sein.

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Zürich ist teuer – noch teurer ist das Wohnen in Zürich. Nicht nur sind die Mieten horrend hoch, auch die Heizkosten schiessen mit den steigenden Ölpreisen durchs Dach. Fachleute rechnen im Extremfall mit einem Aufschlag der Heizkostenabrechnung von bis zu 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Trotz hoher Ölpreise: Akontorechnungen bleiben gleich

Rechnet man alle aktuellen Energiepreise zusammen, dürften die Akontozahlungen für die Nebenkosten bei den meisten Mietverhältnissen zu tief liegen. «Weil die steigenden Ölpreise seit Monaten ein Thema sind, haben wir überprüft, ob sich die Nebenkostenangaben in den Inseraten entsprechend verändert haben», sagt Richard Eisler vom Vergleichsservice comparis.ch, «aber die Angaben über den Anteil der Nebenkosten ist überall gleich geblieben.»

Werden also die Mieter punkto Höhe der Nebenkosten bereits bei Mietantritt hinters Licht geführt? Patrick Zadrazil, Jurist beim Hauseigentümerverband Schweiz, bestreitet das. «Ein seriöser Vermieter setzt die Akontozahlung entsprechend den zu erwartenden Kosten fest. Wir empfehlen das auch, damit es nicht zu hohen Nach- oder Rückzahlungen kommt. Viele Vermieter haben die Akontozahlungen denn auch bereits nach oben angepasst.»

Falschangaben können angefochten werden

Falsche Auskünfte darf ein Vermieter nicht geben, so Zadrazil. «Wenn ein Vermieter falsche Angaben über die zu erwartenden Nebenkosten macht und den Mieter absichtlicht täuscht, kann das für den Vermieter problematisch werden. Er muss damit rechnen, dass die Nebenkostenabrechnung vor der Schlichtungsbehörde angefochten wird.» Der Mieter muss die Täuschung allerdings belegen können. Das kann insbesondere dann zu Schwierigkeiten führen, wenn die Anfrage über die Höhe der Nebenkostenrechnung mündlich erfolgte. Der Jurist empfiehlt daher, solche Aspekte des Mietverhältnisses wann immer möglich schriftlich festzuhalten – nötigenfalls auch per E-Mail.

«Es gibt kaum Verhandlungsspielraum»

«Ein Mieter kann bei Wohnungsantritt das Thema Nebenkosten nochmals ansprechen und anfragen, ob die angegebenen Akontozahlungen für die Nebenkosten reichen», sagt auch Richard Eisler, «in den meisten Fällen weist der Vermieter darauf hin, dass die Nebenkosten noch ansteigen können.» Im Prinzip habe man aber als Mieter kaum Verhandlungsspielraum, so Eisler. «Bei der gegenwärtigen Situation auf dem Wohnungsmarkt muss man froh sein, wenn man die Wohnung überhaupt bekommt. Auf der anderen Seite hat auch der Vermieter keine andere Wahl, als die Nebenkosten anzuheben, wenn die Strom- und Ölpreise sich innert Jahresfrist verdoppeln. Er muss kaufen, was es gibt.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.09.2008, 12:40 Uhr

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