Hombrechtikon kämpft gegen Rechtsradikale

Nachdem Hombrechtikon gezielt gegen junge Neonazis an den Schulen vorging, kehrte vorübergehend Ruhe ein. Trotzdem wird gegen einen Rechtsradikalen aus der Gemeinde wegen Morddrohung ermittelt.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Gemeinde Hombrechtikon fällt heute kaum durch Negativschlagzeilen auf. Das war früher anders. «Vor sechs Jahren gab es eine Gruppe von Schülern, die so massiv rechtsradikal aufgetreten sind, dass die Gemeinde handeln musste», sagt Psychologe Lothar Janssen. Hombrechtikon reagierte und setzte in der Folge eine Beratungs- und Präventionsstelle ein.

Janssen wurde mit der Leitung der Präventionsstelle beauftragt. Zusammen mit den Lehrern des Ortes wollte man langfristig gegen die Gewalt im Ort vorgehen. Dazu wurden unter anderem Jugendliche zu Friedensstiftern ausgebildet. «Danach kehrte in der Schule schnell Ruhe ein», sagt Janssen. Heute seien weniger Neonazis, sondern herumhängende Jugendliche ein Thema.

Kameradschaften im Verborgenen

Der Erfolg im Kampf gegen Rechtsradikale führt Janssen auf das koordinierte Auftreten von Gemeinde, Schule und der Präventionsstelle zurück. Was jedoch nach dem  Schulabschluss abläuft, lasse sich weniger beeinflussen. «Einige sind konsequent in die rechte Szene abgerutscht», sagt Janssen.

Wie viele Rechtsradikale heute effektiv in Hombrechtikon leben, lässt sich gemäss Janssen nicht sagen: Sie fallen im Dorf nicht auf. Die Kameradschaften werden im Verborgenen gepflegt. Der harte Kern der Szene ist weit über die Gemeindegrenzen in der ganzen Schweiz und mit dem Ausland vernetzt, sagt Janssen.

Sänger der Neonazi-Band Amok kommt aus Hombrechtikon

Vor allem ein Rechtsradikaler aus Hombrechtikon ist innerhalb der Szene bekannt. Er ist der Sänger der Neonazi-Band Amok. Wie die Rundschau am Mittwoch berichtete, ermittelte die Polizei während einem Jahr gegen die Band, weil diese dem Journalisten Hans Stutz mit dem Tod drohte.

Ein weiteres Mitglied von Amok stammt aus Wolfhausen, der Nachbargemeinde Hombrechtikons. «Mit Rechtsradikalen hatten wir in den vergangenen Jahren keine Probleme», sagt Karin Zesiger, welche mit dem Runden Tisch eine Art Bürgerforum koordiniert. Vor Jahren habe es einzelne Jugendliche gegeben, die sich als Rechtsradikale zu erkennen gaben. Diese haben sich laut Zesiger jedoch Richtung Hombrechtikon orientiert und im Ort selber wenig Probleme gemacht. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 25.09.2008, 16:03 Uhr

TA Marktplatz

Kommentare

Paid Post

Weltstars im Letzigrund

Letzte Tickets: Weltmeister, Olympiasieger und die besten Schweizer live erleben. Sportliche Höchstleistungen und unvergleichliche Stimmung - bei Weltklasse Zürich am 24. August!

Die Welt in Bildern

Die etwas andere Flugshow: Fallschirmspringer lassen in Norton Grossbritannien, rosa Rauch aus Kanistern entweichen. Sie sind Teil einer Zeremonie anlässlich der nächsten Commonwalth Games. (16. August 2017)
(Bild: Neil Hall) Mehr...