Hunde, die fliegen, bellen nicht

In Zürich waren Rettungshunde aus Italien zu Besuch. Auf ihrem Flug mit der Swiss durften sie auf Passagiersitzen reisen. Aber nur, weil sie über die notwendigen Manieren verfügen.

Bellt nicht: Ein Rettungshund macht es sich in der hintersten Reihe des Flugzeugs bequem.

Bellt nicht: Ein Rettungshund macht es sich in der hintersten Reihe des Flugzeugs bequem. Bild: PD

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Auf einem Linienflug von Mailand nach Zürich waren kürzlich spezielle Gäste an Bord. Drei Hunde der Scuola Italiana Cani Salvataggio (SICS) flogen in der Swiss-Maschine mit. Der Labrador und die beiden Neufundländer gehören Italiens Schule für Rettungshunde an und wurden mit ihren Betreuern nach ihrem Testflug von der Schweizer Rega eingeladen. Die drei Hunde waren schon mit Helikoptern der italienischen Marine sowie der Küstenwache unterwegs – noch nie aber als Passagiere eines regulären Linienfluges.

Üblicherweise reisen Hunde dieser Grösse im Frachtraum der Swiss-Flugzeuge mit. In die Kabine dürfen nur jene, die in einem Behälter Platz haben und deren Gewicht maximal 8 Kilogramm beträgt. Auf einen eigenen Passagiersitz haben lediglich Hunde von Sehbehinderten Anspruch – oder eben die vierbeinigen Schüler der SICS. Das Flugzeug besteigen sie mit ihren Betreuern jeweils als Erste, um in der hintersten Reihe der Economyclass Platz zu nehmen. Hat die Maschine am Zielort das Dock erreicht, warten sie, bis die übrigen Fluggäste ausgestiegen sind.

Gassi auf 9000 Metern?

«Viele Passagiere bekommen deshalb gar nicht mit, dass während ihrer Reise Hunde an Bord waren», sagt Swiss-Sprecherin Myriam Ziesack. Das liege auch daran, dass die Hunde weder durch Bellen noch durch andere Geräusche auffallen würden. Dank langjähriger Ausbildung und Erziehung könnten sie über mehrere Stunden verharren und still bleiben. Ihre Trainer nehmen direkt neben ihnen Platz. Die «Hundesitze» werden durch einen Bezug vor Verunreinigungen geschützt. Angeschnallt werden die Tiere mit einem speziellen Gurt.

Für den Labrador hat die Swiss einen Sitz reserviert, für die Neufundländer je zwei Sitze. Letztere kosten denn auch doppelt so viel. Ein «Hundesitz» ist genauso teuer wie ein Passagiersitz. Spezielle Betreuung geniessen die Rettungshunde nicht. Ihre Halter versorgen sie selbst mit Leckerli und Wasser. Nur Gassi gehen ist während des Fluges schwierig. Das sei aber auch nicht nötig, heisst es bei der Swiss. Die Rettungshunde seien es gewohnt, über Stunden dicht zu halten.

Vor dem Kraftakt viel Komfort

Reklamationen von Passagieren sind der Swiss keine bekannt. Zehn Rettungshunde – Golden Retriever, Labrador oder Neufundländer – sind der Airline derzeit von der italienischen Schule gemeldet und für Linienflüge zugelassen. Auf solchen sind sie nur zwei- bis dreimal im Jahr anzutreffen. Bedingung ist unter anderem, dass sich die Hunde kennen müssen und nur in einer begrenzten Anzahl denselben Flug nehmen dürfen. Anders als auf dem Testflug nach Zürich wartet meistens ein Einsatz in einem Katastrophengebiet auf die Rettungshunde. Nur deshalb und aufgrund ihrer guten Erziehung geniessen sie das Privileg, in der Passagierkabine der Swiss mitfliegen zu dürfen.

Erstellt: 09.12.2011, 10:45 Uhr

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