IS-Zelle in Winterthur: «Keine Zweifel mehr»

Der renommierte Journalist Kurt Pelda sagt, dass Islamisten rund um eine Winterthurer Moschee ein Netzwerk betreiben. Er ist nicht der einzige, der davon überzeugt ist.

In diesem Gebäude am Stadtrand von Winterthur hat die An'Nur-Moschee ihre Räume. Bild: Google Street View

In diesem Gebäude am Stadtrand von Winterthur hat die An'Nur-Moschee ihre Räume. Bild: Google Street View

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Für den Schweizer Kriegsreporter Kurt Pelda ist aufgrund von Recherchen klar: Der IS hat in Winterthur eine Zelle aufgebaut, und zwar im Umfeld der An’Nur-Moschee im Quartier Hegi. «Daran besteht kein Zweifel mehr», sagt Pelda laut dem «Landboten». Auch der muslimische SP-Politiker Blerim Bunjaku vermutet demnach eine solche Zelle in Winterthur.

Bunjaku hat in den letzten Monaten von mehreren jungen Muslimen gehört, die offenbar dort radikalisiert worden seien. Und Pelda, ausgezeichnet als Schweizer Journalist des Jahres 2014, erwähnt einen bisher unbekannten Fall, in dem ein Muslim aus Winterthur nach Syrien gereist sei. Alles spreche dafür, dass die Reise in einem Zusammenhang mit dem IS stehe.

Laut Pelda gibt es in Winterthur eine Reihe von radikalen Predigern und Gebetsleitern, die sich in der Moschee von Hegi oder in deren Umfeld mit Jugendlichen träfen, um diese für ihre Sache zu gewinnen. In der Leitung der Moschee seien die Radikalen zwar nicht vertreten, diese dulde aber ihr Treiben.

Präsident der Moschee dementiert

Der Präsident des islamischen Kulturvereins, der die An’Nur-Moschee betreibt, bestreitet auf Anfrage des «Landboten», offen zu sein für extremistisches Gedankengut. «Wenn wir bei einem Mitglied radikale Tendenzen entdecken, wird die entsprechende Person sofort ausgeschlossen», sagt Atef Sahoun.

Der Winterthurer Stadtrat beteuert, dass hinter den Kulissen viel getan werde, um des Problems Herr zu werden. Details will er aber nicht nennen. (hub)

Erstellt: 17.11.2015, 08:06 Uhr

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