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«Ich bin kein naives Blümchen»

FDP-Nationalrätin Doris Fiala hat ihre Masterarbeit derart fahrlässig geschrieben, dass ihr der Titel aberkannt wird. Gegenüber «Tages-Anzeiger» nimmt sie Stellung.

Will ihre Arbeit nachbessern: FDP-Nationalrätin Doris Fiala.
Video: Sebastian Rieder

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Fiala hat an der ETH Zürich den Masterabschluss (MAS) im Lehrgang Security Policy and Crisis Management gemacht. Es ist eine Ausbildung, die nicht als Zulassung zu akademischen Studiengängen zu verstehen ist. «Es handelt sich nicht um einen akademischen Grad», schrieb Franziska Schmid von der Medienstelle der ETH auf eine frühere Anfrage des «Tages-Anzeigers».

Nichtsdestotrotz wird ihr nun der Titel aberkannt. Sie habe Textstellen wörtlich übernommen, ohne dies in den Fussnoten korrekt anzugeben, wird dieser Schritt von der ETH begründet. Doch die FDP-Politikerin erhält von der Hochschule eine zweite Chance, wie sie im Interview mit dem «Tages-Anzeiger» sagt. «Ich habe mich mit der ETH auf eine Vorwärtsstrategie geeinigt: Sämtliche Prüfungen, die ich bereits bestanden habe, werden mir nicht aberkannt. Da jedoch die Masterarbeit fehlerhaft ist, werde ich zu einem anderen Thema eine neue Arbeit schreiben.»

«Ich habe mir keine Straftat zuschulden kommen lassen»

Sie habe nicht betrogen und auch nicht geschummelt, betont Fiala weiter. Daher fände sie es «fatal», wenn nach all dem Aufwand nur 80 Prozent ihrer Arbeit anerkannt würden. «Deshalb nehme ich diese Arbeit nochmals auf mich. Wenn man einmal stolpert, muss man einfach wieder aufstehen und weitermachen.»

Angesprochen auf ihre politische Arbeit, gibt Fiala zur Antwort, dass das Ganze keinen Einfluss auf ihr Nationalratsmandat habe. «Schliesslich habe ich mir keine Straftat zuschulden kommen lassen.» Überrascht zeigt sich die FDP-Politikerin darüber, mit welch harten Bandagen in der Politik heute gekämpft wird. Die Plagiatsvorwürfe wurden just in jenem Moment erhoben, als Fiala ihre Ambitionen fürs Zürcher Stadtpräsidium bekannt gab. «Ich bin kein naives Blümchen, aber das ist doch eine gröbere Geschichte, mit der ich fertig werden muss.»

Erstellt: 12.07.2013, 09:01 Uhr

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