«Ich stehe nicht zur Verfügung»

Natalie Rickli heimste mehr Stimmen ein als SVP-Urvater Christoph Blocher. Trotzdem will sie nicht an seiner Stelle zum zweiten Wahlgang für den Zürcher Ständerat antreten.

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Sie trat auf dem siebten Listenplatz an und schlug von dort aus den Urvater der Schweizerischen Volkspartei Christoph Blocher um über 6000 Stimmen. Die Winterthurerin Natalie Rickli wird als Siegerin gefeiert – trotz dem Sitzverlust der SVP. In einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» sagt ihr Blocher seine Unterstützung zu, falls sich seine Partei mit der jungen Politikerin grössere Chancen im Wahlkampf um die Ständeratssitze ausrechne. «Wenn die Partei das machen will, warum auch nicht? Wenn sie findet, wir hätten mit Frau Rickli dir grössere Chance, dann wäre ich unbedingt dabei.» Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat die 35-Jährige mit dieser Aussage konfrontiert.

Frau Rickli, was sagen Sie zur Aussage von Christoph Blocher?
Ich habe von seiner Äusserung gehört. Allerdings hat er bei anderen Interviews auch verlauten lassen, er trete wieder an. Stellt sich zudem die Frage, ob die Zitate so stimmen.

Das linke Lager dürfte sich schwer tun, Blocher in den Ständerat zu hieven. Nun werden Sie als möglicher wählbarer Ersatz gehandelt. Hat Sie die Parteileitung bereits angefragt?
Nein. Ich wurde nicht darauf angesprochen.

Können Sie sich vorstellen, als Ständeratskandidatin der SVP anzutreten?
Nein, ich stehe nicht zur Verfügung. Die Wahlen laufen schon, die Unterlagen werden nächstens verschickt, und bereits in einem Monat wählt das Volk. Ein Kandidatenwechsel macht jetzt keinen Sinn. Wir sollten wie geplant mit Christoph Blocher antreten.

Die Delegiertenversammlung tagt morgen. Was, wenn die Basis trotzdem entscheidet, Sie ins Rennen zu schicken?
Ich stehe für diesen Wahlgang nicht zur Verfügung. Für nächste Wahlen bin ich gerne gesprächsbereit.

Böse Zungen behaupten, Sie hätten Ihr überraschendes Ergebnis lediglich Ihrem Alter und Ihrem Aussehen zu verdanken.
Diese Argumente fallen oft, wenn junge Leute Erfolg haben. Wer so etwas ins Feld führt, diskreditiert sich selbst. Jung und hübsch reicht aber nicht. Offensichtlich habe ich mit meiner Politik überzeugt. Ich sehe dieses Wahlresultat als Dank für meine Arbeit der letzten vier Jahre und als Aufforderung, in der nächsten Amtsdauer so weiterzumachen.

Erstellt: 24.10.2011, 11:34 Uhr

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