«Ich will mich nicht mit 1000 Männern treffen»

In der gestrigen Dok-Sendung «Herzklopfen» suchte die Zürcher Polizistin Beryl einen Mann. Nach der Sendung quoll ihre Mailbox über, obwohl sie ihren eigenen Auftritt peinlich fand.

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Sie will nicht verraten, wie viele Mails sie erhielt. «Schreiben Sie, dass ich sie gestern Abend nicht mehr alle lesen konnte», sagt Beryl. Und: «Wenn heute nochmal so viele kommen, dann brauche ich wohl einen Monat, bis ich allen zurückgeschrieben habe.» Zurückschreiben werde sie sicher allen, das stehe fest. Auch dem Bibelbruder, der ihr Psalme schickte und sie bekehren will.

Die 37-jährige Polizistin befindet sich gerade im Single-Schlaraffenland. Nachdem das Schweizer Fernsehen im Rahmen der Dok-Sendung «Herzklopfen» ein Kurzporträt über sie ausstrahlte, stehen nun die Männer bei ihr Schlange. Über die Inhalte der Mails will sie grundsätzlich nichts verraten: «Das wäre unanständig gegenüber dem Absender.»

Schöne Mails aber wenig Fotos

Schmunzeln musste sie aber über einen Bauer, der sich im Mail auf Beryls Haus bezog. Ihre Bedingung ist nämlich, dass der Künftige auch in ihr Haus im Zürcher Oberland ziehen müsse. Sie hat es «als Therapie» nach ihrer Brustkrebserkrankung eigenhändig umgebaut. «Der Bauer schrieb, dass er seinen Hof leider nicht verlassen könne, und ob ich mich nicht trotzdem mal bei ihm melden wolle», erzählt Beryl.

Ansonsten seien einige Kandidaten durch ihren Schreibstil herausgestochen. Das habe sie sehr berührt. «Sie haben einiges von sich preisgegeben und mehr als nur zwei oder drei Sätze geschrieben.» Mit Fotos haben sich zu Beryls Enttäuschung viele zurückgehalten. Stattdessen versuchten mehrere Bewerber mit schön gestalteten Mail-Hintergrundbilder zu trumpfen, was der Single-Frau wiederum gefällt.

«Peinlicher Auftritt»

Nun will sie sich sehr gut überlegen, mit wem sie sich treffen wird: «Ich habe nur eine beschränkte Anzahl an Freizeitstunden, die ich sinnvoll einsetzen will. Ich will mich nicht mit 1000 Männern treffen.» Dabei müsse man wohl damit rechnen, «dass mir der eine oder andere durchs Netz fällt.»

Als sich Beryl selbst am Fernseher betrachtete, war sie unsicher: Peinlich sei ihr Auftritt gewesen, aber auch «speziell». Mit der Arbeit des Dok-Filmers ist sie zufrieden: «Er hat die Menschen auf eine sehr nüchterne Art porträtiert.» Ihre Erkrankung sei für ihren Geschmack aber etwas gar prominent behandelt worden: «Ich hatte das Gefühl, es ging fast nur um den Brustkrebs, aber vielleicht hilft das auch, anderen Betroffenen Kraft zu geben.»

Einschaltquoten unter den Erwartungen

Pino Aschwanden, der Dok-Filmer hinter «Herzklopfen», plant derweil schon eine Fortsetzung: «Wahrscheinlich drehen wir einen Film darüber, was in der Zwischenzeit aus den Singles geworden ist», sagt Aschwanden. Ob man weitere Porträts mit neuen Singles mache, stehe noch nicht fest. Die Einschaltquoten seien etwas unter den Erwartungen. Sämtliche Singles hätten aber bisher Mails erhalten. «Einzelne bekamen gar innert weniger Stunden nach Ausstrahlung über hundert Reaktionen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.12.2010, 12:06 Uhr

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