KBV-Prozess: Bis sechs Jahre Zuchthaus gefordert

Der Staatsanwalt hat im Prozess um den Millionenbetrug bei der Krankenkasse KBV für die vier Hauptangeklagten Zuchthausstrafen zwischen dreieinhalb und sechs Jahren gefordert.

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Im Falle der beiden nicht geständigen ehemaligen KBV-Manager verlangte der Ankläger Zuchthausstrafen von je sechs Jahren. Die beiden anderen ehemaligen Geschäftsleitungsmitglieder sollen mit dreieinhalb beziehungsweise vier Jahren Zuchthaus bestraft werden. Hinzu kommt für die vier Hauptbeschuldigten der Antrag auf Leistung von Ersatzforderungen zwischen 5,4 und 7,75 Millionen Franken. Für die drei Nebenangeklagten forderte der Staatsanwalt bedingte Freiheitsstrafen zwischen acht und zwölf Monaten.

9,54 Millionen Franken abgezweigt

Den vier ehemaligen Geschäftsleitungsmitglieder der Winterthurer Krankenkasse KBV wird vorgeworfen, 2040 fiktive Versicherte in fortgeschrittenem Alter in den Datenbestand der Krankenkasse aufgenommen zu haben. Vom Risikoausgleichsfonds der schweizerischen Krankenkassen, der Stiftung Gemeinsame Einrichtung KVG, soll die Krankenkasse KBV zwischen 2001 und 2003 dafür 27,5 Millionen Franken kassiert haben. Gewissermassen als Provision sollen die Angeklagten 9,54 Millionen Franken für sich abgezweigt haben. Den vier Direktoren, die im Herbst 2003 vorübergehend in Untersuchungshaft sassen, wird Betrug, Veruntreuung, Urkundenfälschung und Geldwäscherei zur Last gelegt.

KBV musste eingestellt werden

Ein Garagist aus Zürich, bei dessen Firma der Vermittlervertrag mit den fiktiven Versicherten gemeldet war, ist wegen Gehilfenschaft zum Betrug angeklagt. Ein weiterer Anklagepunkt betrifft die Auszahlung von Boni an drei der Direktoren, den damaligen Präsidenten und den Vizepräsidenten der Krankenkasse. Es wird ihnen mehrfache Veruntreuung und Urkundenfälschung vorgeworfen.

Der Betrieb der Krankenkasse KBV musste wegen des Millionenbetrugsfalls Ende Juni 2004 eingestellt werden. Die rund 60'000 Versicherten und das Personal der KBV wurden von der Helsana übernommen. (tif/ap)

Erstellt: 11.09.2008, 11:01 Uhr

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