«Kägi wird nochmals zulegen»

Nach der Erdbeben-Katastrophe von Japan ist der Grüne Martin Graf im Hoch. Isopublic-Chef Matthias Kappeler glaubt jedoch nicht, dass er SVP-Regierungsrat Markus Kägi verdrängen kann.

Mitte-Links oder Mitte-Rechts? Wahlpodium des Tages-Anzeigers mit Markus Kägi (SVP), Ursula Gut (FDP), Hans Hollenstein (CVP), Res Strehle (Moderation), Mario Fehr (SP) und Martin Graf (Grüne) (v.l.).

Mitte-Links oder Mitte-Rechts? Wahlpodium des Tages-Anzeigers mit Markus Kägi (SVP), Ursula Gut (FDP), Hans Hollenstein (CVP), Res Strehle (Moderation), Mario Fehr (SP) und Martin Graf (Grüne) (v.l.).

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Laut Ihrer Umfrage hat der grüne Martin Graf den SVP-Mann Markus Kägi überholt und zieht in die Regierung ein. Wie viel sind Sie bereit zu wetten, dass das am Wahltag auch so eintrifft?
Wir mussten die Umfrage in einem äusserst schwierigen Umfeld durchführen. Der Einfluss der Atom-Katastrophe in Japan zeichnet sich ganz direkt in den Ergebnissen dieser Studie ab. So konnte Martin Graf im Gegensatz zu den SVP-Kandidaten vor allem nach den tragischen Ereignissen punkten. Anfang März war die Differenz zwischen Graf und Kägi gering, nach den Ereignissen in Japan konnte Martin Graf ganz massiv zulegen. Wir wissen nicht, wer seine Stimme bis zu diesem Zeitpunkt schon abgegeben hatte und wer noch nicht. Zudem zeichnet sich nun eine relativ glimpfliche Lösung der Katastrophe ab, was dazu führen kann, dass grüne Themen wieder an Brisanz verlieren. Zudem zeigt unsere Untersuchung, dass Kägi noch ein grosses, nicht ausgeschöpftes Potenzial hat, während Graf sein Stimmenpotenzial bereits weitgehend ausreizen konnte. Ich erwarte daher, dass Kägi gewählt und Graf als Überzähliger am Schluss ausscheiden wird.

Weshalb sollen wir der Umfrage dennoch glauben?
Die Umfrage zeigt, wie sich Ereignisse wie jene in Japan auf die Meinungsbildung der Bürgerinnen und Bürger auswirkt. Zudem ist die Umfrage immer das eine, die richtige Interpretation der Ergebnisse das andere.

In den Interviews, die Sie nach Bekanntwerden der Atomkatastrophe in Japan geführt haben, legte Martin Graf nochmals massiv zu. Trauen Sie diesem Japan-Effekt nicht?
Ich traue ihm nur bedingt und ich denke, dass er sich bis zum Wahltermin am 3. April wieder abschwächen wird. Zudem wissen wir nicht, wer seinen Wahlzettel bereits vor den Ereignissen in Japan ausgefüllt hat. Kägi hat zudem noch ein beträchtliches Potenzial und wird nochmals zulegen können.

75 Prozent der Interviews haben Sie vor dem 13. März geführt. Was ist die Umfrage unter diesen Umständen noch wert?
Umfragen sind Momentaufnahmen und diese Befragung zeigt das Bild sowohl vor wie nach den Geschehnissen in Japan. Martin Graf wird – teils bedingt durch die hohe Aktualität von grünen Themen – gut abschliessen und sicher einen Achtungserfolg erzielen.

Erstellt: 21.03.2011, 21:02 Uhr

Schadet ihm die AKW-Diskussion? SVP-Baudirektor Markus Kägi. (Bild: David Baer)

Matthias Kappeler ist Chef des Umfrageinstituts Isopublic. (Bild: PD)

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