Kantonsrat setzt sich für S-Bahn-Haltestelle Schloss Laufen ein

Mehr als 160 Kantonsräte fordern zumindest eine Alternative für die geplante Aufhebung der S-Bahn- Haltestelle beim Rheinfall. Der Regierungsrat signalisiert Spielraum.

Busse statt Züge? Schloss Laufen (r.) beim Rheinfall.

Busse statt Züge? Schloss Laufen (r.) beim Rheinfall. Bild: Keystone

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Der Zürcher Kantonsrat ist nicht gewillt, die geplante Aufhebung der S-Bahn-Haltestelle Schloss Laufen tatenlos hinzunehmen. Er hat am Montag mit 163 Stimmen ein Postulat für dringlich erklärt, das Alternativen fordert. Nötig waren 60 Stimmen.

Die angekündigte Aufhebung der Haltestelle sei ein kurzsichtiger Entscheid, der korrigiert werden müsse, war sich der Rat von links bis rechts einig. Das Schloss Laufen gehöre zu den drei wichtigsten Tourismus-Attraktionen der Schweiz, sagte Markus Späth (SP, Feuerthalen). Es müsse deshalb verhindert werden, dass diese Destination aufs Abstellgleis gestellt werde.

Attraktion nicht allein Schaffhausen überlassen

Martin Farner (FDP, Oberstammheim) wies darauf hin, dass das Schloss für über 12 Millionen Franken restauriert worden sei. Ohne direkte Bahnerschliessung würden die Investitionen in die Infrastruktur und die Tourismusbetriebe auf der Zürcher Seite des Rheinfalls entwertet. «Für die Tourismusregion wäre das ein Stich ins Herz», sagte Farner.

«Wir wollen die Attraktion nicht den Schaffhausern überlassen», ergänzte Josef Wiederkehr (CVP, Dietikon). Gefragt seien nun pragmatische und kostengünstige Lösungen. Mit Blick auf die anstehende Richtplandebatte müssten schnelle Entscheide gefällt werden.

Stocker sucht das Gespräch in Bern

Mit der Dringlicherklärung hat der Regierungsrat nun vier Wochen Zeit, in einem Bericht Alternativen zur Aufhebung der Haltestelle aufzuzeigen. Als «absolute Minimalvariante» erachten die Postulanten eine wesentlich bessere Erschliessung des Schlosses mit Linienbussen.

Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker (SVP) sagte gegenüber Medienvertretern, der Kantonsrat habe mit seinem klaren Entscheid ein «starkes Zeichen gesetzt». Er werde nun zunächst das Bundesamt für Verkehr (BAV) kontaktieren. «Ich bin zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden werden».

Eines ist für Stocker aber klar: Die ursprünglich geplante S-Bahn- Haltestelle auf der Rheinfallbrücke wird sicher nicht gebaut werden. Eine nähere Prüfung habe gezeigt, dass der Anbau eines Stahl-Steges an die bestehende Brücke bautechnisch sehr schwierig und viel zu teuer wäre.

Perron zu kurz

Ein solcher Steg würde laut Stocker rund 23 Millionen Franken kosten. In Absprache mit dem Kanton Schaffhausen habe man deshalb auf eine solche Lösung verzichtet. «Falls keine Bahnlösung möglich ist, müssen wir für eine bessere Busanbindung sorgen», sagte Stocker.

Auf der Strecke Winterthur-Schaffhausen werden ab 2015 längere Doppelstockzüge eingesetzt. Die Haltestelle Schloss Laufen ist für diese längeren Züge jedoch zu kurz.

Im dringlichen Postulat wird deshalb unter anderem angeregt, die Haltestelle um rund 100 Meter nach Süden in Richtung Dachsen zu verlegen und einen rollstuhlgängigen Zugang zum Empfangsgebäude des Schlosses zu schaffen.

(jcu/sda)

Erstellt: 09.07.2012, 14:54 Uhr

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