Kein Abriss: Das Nagelhaus von Zürich-West bleibt

Das Bundesverwaltungsgericht schlägt sich auf die Seite der Nagelhaus-Besitzer: Die neue Zufahrt zum Maag-Areal soll nicht durch den Altbau hindurch, sondern darum herum führen.

Das Nagelhaus von Zürich-West. Der künstlerisch-ironische Bezug zum Renaissance-Hotel machte es berühmt.

Das Nagelhaus von Zürich-West. Der künstlerisch-ironische Bezug zum Renaissance-Hotel machte es berühmt. Bild: Dominique Meienberg

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Acht Jahre lang dauert der Streit um das Nagelhaus von Zürich-West schon an. Kanton und Stadt wollen den Altbau an der Turbinenstrasse abreissen lassen, weil er der geplanten neuen Zufahrt zum Maag-Areal im Weg steht. Dazu wollen sie die Hausbesitzer enteignen. Diese haben sich aber dagegen gewehrt und sind vor Gericht gegangen.

Nun haben die Besitzer einen wichtigen Sieg errungen: Das Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen hat ihnen Recht gegeben und verpflichtet den Kanton, den Quartieranschluss neu zu planen – zwischen dem Nagelhaus und dem Bürowürfel Fifty One hindurch, so dass der Altbau aus dem Jahr 1893 stehen bleiben kann, wie der Anwalt der Besitzer mitteilt.

Wäldchen und Rosen müssen weg

Ein Mieter hatte diese Variante vorgeschlagen und die Richter damit überzeugt, als sie vor Ort einen Augenschein nahmen. Der Entscheid ist allerdings noch nicht rechtskräftig, er kann ans Bundesgericht weitergezogen werden. Eigentümeranwalt Peter Ettler sagt: «Wir rechnen damit, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.»

Er gibt sich aber zuversichtlich: «Der Entscheid ist sehr sorgfältig begründet.» Es gibt zwar eine kleine bittere Pille für die Eigentümer: Sie müssen auf das Miniwäldchen und den Rosengarten hinter dem Haus verzichten, um Platz für die Strasse freizugeben. «Aber damit können wir gut leben», sagt Ettler.

Kanton zweifelt an Umsetzbarkeit

Den Kanton hat das Urteil auf dem falschen Fuss erwischt. «Wir waren sehr überrascht», sagt Richard Sägesser vom Amt für Verkehr. Das Gericht habe den Kanton beauftragt, eine Linienführung auszuarbeiten, die lediglich auf Skizzen eines Mieters beruhe. Es sei nicht geklärt, ob die Strasse so überhaupt gebaut werden könne. Noch wichtiger seien aber städtebauliche Aspekte: Die für das ganze Maag-Areal festgelegten Sonderbauvorschriften seien im Entscheid kaum berücksichtigt worden.

Mit der jetzt vorgeschriebenen Variante werde die Strasse zu nahe an die neuen Bauten herangeführt, «das schadet der Aufenthaltsqualität in den Gebäuden und darum herum. Und zudem wäre der Platz für Fussgänger sehr knapp», so Sägesser. Ob der Kanton den Entscheid anfechten wird, ist noch nicht entschieden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.05.2013, 14:15 Uhr

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