Kritik an Pannenschiffen vom Zürichsee

Hinter den Pannen und Unfällen der Zürichseeschifffahrt vermuten Beobachter grundlegende Mängel beim Unterhalt der Schiffe.

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Die in dieser Saison bekannt gewordenen Pannen und Unfälle bei der Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) haben aufhorchen lassen:

  • Motorpannen: Gleich zweimal hintereinander hatte der Motor des Motorschiffs Limmat am Donnerstag ausgesetzt, und das Schiff lief auf Grund. Schuld war ein Sensor, der zweimal ausfiel, ohne dass die ZSG-Techniker erklären können warum.
  • Fahrfehler: Das berüchtigte Pannenschiff Panta Rhei krachte am Dienstag in eine Ufermauer beim Bürkliplatz. Ein Fahrfehler, heisst es bei der ZSG.
  • Schwimmerin angefahren: Beim Hafen Enge vom 16. Juli wurde bei einem Fahrmanöver eines ZSG-Limmatschiffs eine Schwimmerin schwer verletzt. Die genaue Ursache wird polizeilich abgeklärt.
  • Lecke Ventile: Im Juni und im Juli stand das Dampfschiff Stadt Rapperswil zweimal still: ein leckes Ventil und unerklärliche Salzablagerungen waren die Gründe.
  • Kupplungsschaden: Das Motorschiff Bachtel fiel im Frühling mit Kupplungsbruch aus.

Schiffsliebhaber und Kenner der Schweizer Binnenschifffahrt rätseln über die Gründe der Pannenserie. Ihre Theorie: Die Schiffe der ZSG seien schlechter gewartet als die anderer Schifffahrtsgesellschaften. Die Gründe dafür sollen bei einer mangelnden Planung der Wartungsarbeiten liegen. Vor allem aber hätten die Konstruktionsfehler bei der neuen Panta Rhei die Kräfte des Unterhaltsteams absorbiert. Die anderen Schiffe seien deswegen vernachlässigt worden. Zudem gelte die Panta Rhei unter Kapitänen als schwierig steuerbar.

ZSG-Direktor Hans Dietrich war am Freitag in den Ferien und nicht erreichbar, für ihn antwortete Pressesprecherin Evelyne Schlund auf die Vorwürfe: «Wir haben keine Häufung. Es ist nur so, dass über Unfälle und Pannen auf dem Zürichsee in den Medien intensiver berichtet wird als über Vorfälle auf anderen Seen.» Eine Statistik, die zuverlässig über die Unfallhäufigkeit auf den Seen Auskunft gibt, können allerdings weder die ZSG noch ihre Kritiker vorweisen. Auch das Bundesamt für Verkehr, dass die Schifffahrt beaufsichtigt, führt keine solche Statistik.

Die Zahlen stimmen

Schlund betont, dass die Reparaturen an der Panta Rhei durch die Erbauerwerft Öswag durchgeführt wurden: «Unsere Leute hatten damit gar nichts zu tun und konnten die übrigen Schiffe wie jedes Jahr warten.» Im Übrigen stimme es nicht, dass die Panta Rhei bei den Schiffsführern unbeliebt sei: «Die Kapitäne rühmen sie als ‹Ferrari› unter den Schiffen.» Für die Mitarbeiter sei es aber nicht angenehm, wenn sie immer nur auf die Panta Rhei angesprochen würden.

Auf die Zahlen haben die Pannen bisher offenbar keinen Einfluss: «Wir hatten einen sehr guten Juli mit 315'421 Passagieren, 9 Prozent mehr als im Juli 2007. Per Ende Juli hatten wir bereits 2,4 Prozent mehr Fahrgäste als im Rekordjahr 2007.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 16.08.2008, 07:42 Uhr

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