Wahlen 2015

Künstler wollen in den Nationalrat

Eine Gruppe von Kulturschaffenden lanciert eine eigene Liste für die nationalen Wahlen im Herbst. Spitzenkandidatin könnte Schriftstellerin Ruth Schweikert werden.

Macht im Namen der Künstler Politik: Schriftstellerin Ruth Schweikert.

Macht im Namen der Künstler Politik: Schriftstellerin Ruth Schweikert. Bild: Ayse Yavas/Keystone

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Ihre Chancen schätzen die Initianten der Zürcher Künstlerliste nicht als besonders gross ein. Sie liegen unter einem Prozent, wie es in einem Brief heisst, den Kulturjournalistin Nina Scheu an mögliche Kandidatinnen und Kandidaten aus dem Kulturkuchen geschrieben hat. Ziel sei nicht primär ein Sitz in Bern, schreibt Scheu weiter, es gehe darum, im Wahlkampf die Kulturpolitik zu einem Thema zu machen und besonders kunstfreundliche Parteien zu unterstützen.

Involviert in die Politoffensive ist auch Suisseculture, die Schweizer Gewerkschaft für Kulturschaffende. Deren Geschäftsführer ist Hans Läubli, der vor kurzem seinen Sitz im Zürcher Kantonsrat abgeben musste, weil die Grünen im Knonauer Amt ihren Sitz an die EVP verloren.

Zusammen mit Johanna Lier von der Gruppe «Kunst + Politik» und Nina Scheu hat Läubli letzte Woche rund 150 Kulturschaffende angeschrieben. Bis heute Dienstag haben rund 20 Künstler ihr Interesse an einer Kandidatur angemeldet, wie Läubli sagt. Unter ihnen ist auch die Zürcher Schriftstellerin Ruth Schweikert. Die als mögliches Zugpferd auf der Künstlerliste infrage kommt.

400 Zürcher müssten unterschreiben

Läubli zeigt sich zuversichtlich, dass 35 Künstler oder Medienschaffende zusammenkommen, um die Künstlerliste zu füllen. Allerdings genügt dies noch nicht, denn der Wahlvorschlag muss noch zusätzlich von 400 Zürcher Stimmberechtigten beantragt werden. Darum sind derzeit auch Unterschriftenbögen im Umlauf, mit denen der Künstlerwahlvorschlag unterstützt werden kann.

Weitere mögliche Namen auf der Liste will Läubli nicht verraten, bis die Liste definitiv steht. Möglich sei, dass gar nicht alle Interessenten mitmachen können: «Wir könnten ja auch mehr Kandidatinnen und Kandidaten als Listenplätze haben.» An den Aktionen der Gruppe «Kunst + Politik» waren schon weit über 100 Kulturschaffende beteiligt, unter ihnen Schriftstellerin Milena Moser, Filmemacher Samir oder Musikerin Sophie Hunger. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.06.2015, 16:40 Uhr

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