Lange Strafen für junge Mörder

Zwei Schweizer, die einen Raubmord an einem Rentner verübt hatten, sind zu 13 Jahren verurteilt worden.

Das Opfer starb an den Folgen der Schläge: Die Täter werden wegen Mordes und mehrfachen Raubes zu 13 Jahren Haft verurteilt. Foto: PD

Das Opfer starb an den Folgen der Schläge: Die Täter werden wegen Mordes und mehrfachen Raubes zu 13 Jahren Haft verurteilt. Foto: PD

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Die beiden heute ­21- und 23-jährigen Schweizer tamilischer Herkunft hatten im Juli 2012 mit einem dritten Mittäter einen Raubüberfall auf einen Rentner in Aeugst am Albis verübt. Das 85-jährige Opfer starb zehn Tage später im Spital an den Folgen der Schläge der beiden jungen Männer.

Der Prozess hatte am 10. und 11. November stattgefunden, gestern Abend hat das Bezirksgericht Affoltern am Albis das Urteil bekannt gegeben: 13 Jahre wegen Mordes und mehrfachen Raubes, denn die berufslosen Männer hatten den Rentner schon im Mai 2012 ein erstes Mal überfallen. «Wer brachial und ­brutal auf einen 85-jährigen Rentner einschlägt, nimmt dessen Tod in Kauf», sagte der Gerichtsvorsitzende. Die Täter hätten aus reiner Habgier gehandelt – ein klassischer Raubmord.

Massnahme nicht gerechtfertigt

Der dritte Täter, ein 22-jähriger Schweizer tibetischer Herkunft, wurde wegen Raubes zu 39 Monaten verurteilt. Er habe beim Gewaltexzess nicht mitgemacht, sagte der Richter, sondern nur nach dem Geld in der Wohnung gesucht. Die Staatsanwältin hatte den Mann ebenfalls des Mordes bezichtigt und eine Strafe von 18 Jahren gefordert. Sie kündigte noch im Gerichtssaal Berufung ans Obergericht an. Für die Haupttäter hatte sie 18½ Jahre verlangt.

Das Gericht ging in der Urteilsbegründung auch auf die Anträge der Verteidiger der Haupttäter ein. Die Anwälte hatten anstelle einer Freiheitsstrafe eine Massnahme für junge Erwachsene gefordert. Die Täter wären dann im Massnahmenzentrum Uitikon therapiert und ausgebildet worden. Weil diese Massnahme höchstens 4 Jahre dauert, sei sie im Vergleich zur deutlich höher ausgesprochenen Strafe nicht gerechtfertigt, argumentierte das Gericht.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 21.11.2014, 20:47 Uhr

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