Lighthouse und Unispital spannen zusammen

Das Hospiz Zürcher Lighthouse für Schwerstkranke und das Universitätsspital Zürich (USZ) wollen in Zukunft Synergien in der medizinischen Versorgung und der Betreuung von Sterbenden Nutzen.

Letztes Zuhause: Im Zürcher Lighthouse (Bild) können künftig unheilbar kranke Patientinnen und Patienten des Unispitals unterkommen.

Letztes Zuhause: Im Zürcher Lighthouse (Bild) können künftig unheilbar kranke Patientinnen und Patienten des Unispitals unterkommen. Bild: Keystone

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Wer ins Lighthouse eintritt, weiss, dass sein Leben zu Ende geht. Früher speziell für Aidskranke konzipiert, verbringen längst mehrheitlich Krebspatienten ihren letzten Tage, Wochen oder Monate im Hospiz. Im vergangenen Jahr wohnten durchschnittlich neun Menschen im Hospiz. Ihre intensive Betreuung zielt nicht auf Heilung. Sie lindert Schmerzen und erleichtert auch sonst nach Möglichkeit das Leben der Sterbenden.

Für allfällige medzinische Behandlungen stand bisher an zwei Tagen pro Woche eine Ärztin im Haus zur Verfügung. Wenn nötig wurde ein Patient in ein Spital verlegt - wo es eben gerade Platz hatte. Ärzte und Pflegende wechselten ständig und kannten den Patienten nicht oder kaum.

Konstanz für Patienten

Dies wird nun anders. Mit dem Zusammenarbeitsvertrag zwischen Unispital und Hospiz kehrt für die Patienten Konstanz ein, wie die Verantwortlichen am Freitag vor den Medien ausführten. Begonnen hat die Zusammenarbeit bereits Anfang August.

Das Unispital stellt eine 50-Prozent-Oberarzt-Stelle. Die Vertretung hat ein Assistenzarzt. An vier Halbtagen pro Woche ist jeweils einer der beiden im Haus. Auf ihrer Abteilung im Unispital ist immer Platz für vorübergehende Aufenthalte von Lighthouse- Bewohnern. Ärzte und Patienten kennen sich.

Umgekehrt können Sterbende aus dem Unispital auf Wunsch ins Lighthouse wechseln, ohne auf ihre laufende medizinische Versorgung verzichten zu müssen. Im Lighthouse können zudem angehende Ärztinnen und Ärzte Praxis gewinnen in Palliativ-Pflege.

Mit dieser Vernetzung entstehe das «schweizweit professionellste Angebot auf diesem Gebiet», sagte Hans-Peter Portmann, Präsident des Lighthouse-Stiftungsrates. Sowohl Portmann als auch Urs M. Lütolf, ärztlicher Direktor des Unispitals, lobten die Flexibilität der Gesundheitsdirektion. Diese habe das unkonventionelle Modell mit einer ebenso unkonventionellen Abrechnungsform ermöglicht.

Erfüllter Traum

Mit dem pionierhaften Projekt sei für ihn ein lang gehegter Traum in Erfüllung gegangen, sagte der Radio-Onkologe Lütolf. Er hatte mitgeholfen das Palliativ-Care-Konzept zu erarbeiten, das im Kanton Zürich seit 2006 gilt. Die Umsetzung hapert allerdings. Es fehlen unter anderem Fachärzte und spezialisiertes Pflegepersonal.

Seit zwei Jahren ist an der Uni Zürich ein Kurs in Palliativ-Pflege im Medizinstudium integriert. Dort lernen Studierende nicht nur Theorie: In verschiedenen Zentren - vom Kinderspital bis zum Pflegeheim für Betagte - lernen sie die unterschiedliche Bedürfnisse sterbender Patienten kennen.

(tif/sda)

Erstellt: 10.10.2008, 15:59 Uhr

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