Luxus für die Böötler-Schwemme aus Zürich

Am Wochenende wird beim S-Bahnhof Glanzenberg eine neue Anlegestelle für Gummiboote samt WC und Liegewiese eröffnet, für 500'000 Franken – bezahlt von überraschender Stelle.

Mit Abfallhai wie in der Grossstadt: Die neue Anlegestelle mit Liegewiese in Dietikon. Am Wochenende wird sie eröffnet.

Mit Abfallhai wie in der Grossstadt: Die neue Anlegestelle mit Liegewiese in Dietikon. Am Wochenende wird sie eröffnet. Bild: Sabina Bobst

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Es ist ein friedlicher Anblick, wie an schönen Wochenenden Hunderte von Menschen sich in Gummibooten die Limmat hinabtreiben lassen. Allerdings einer, der in den letzten Jahren nicht selten Unfrieden stiftete. Insbesondere auf der Nötzliwiese beim Bahnhof Dietikon.

Diese Wiese war, bevor die Bootsfahrer die Limmat in Massen heimsuchten, ein Treffpunkt des Quartiers. Nun wimmelt es dort des Öftern von Böötlern. Sie sind in der Regel fröhlich – und laut. Und mit ihnen einher kommen wild parkierte Autos. Und viel Abfall: Einweggrills, Gummiboote, denen die Luft ausging, Bierdosen, verbogene Campingstühle.

Bänke, Feuerstellen, Brunnen und WC

Nun hat die Stadt gewissermassen die Flucht nach vorn ergriffen. Denn eigentlich ist es ja für das Image gut, wenn fröhliche Zürcherinnen und Zürcher bei einem einkehren. Dadurch wird die Bezirkshauptstadt des Limmattals zwar noch nicht gerade zur Goldküste, aber zur Hafenstadt: Dietikon Beau-Rivage.

Auf der Allmend Glanzenberg, unterhalb des S-Bahnhofs Glanzenberg direkt an der Limmat, wurde ein Erholungsraum geschaffen. Er wird am Wochenende eingeweiht und steht danach allen offen. Ohne Eintrittsgeld.

Die Infrastruktur besteht aus Tischen, Bänken, Feuerstellen, einem Brunnen und einer richtigen Toilette. Beim Bahnhof Glanzenberg gibt es zudem einen Kiosk. Es gibt eine Liegewiese, und der Uferbereich der Limmat wurde abgeflacht, sodass man drin waten kann.

Vor allem aber können hier die Gummiboote gut auswassern – weiter vom Dietiker Wehr entfernt als bisher. Ein- und Ausstiege in der Nähe von solchen Verbauungen sind nämlich gefährlich. Besonderes, wenn die Limmat so viel Wasser führt, wie im Moment.

Die Böötler sind danach in kürzester Zeit auf der S-Bahn und im Viertelstundentakt wieder in der Stadt, sollte sie der Agglo-Koller überkommen. Sie können aber auch gern bleiben, selbst wenn sie etwas Rummel bringen, denn die Allmend liegt nicht mitten in einem ansonsten ruhigen Wohngebiet.

Bezahlt vom Elektrizitätswerk

Die Gesamtkosten für das Projekt Allmend Glanzenberg belaufen sich auf 525'000 Franken. 130'000 Franken tragen die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) bei. Als Gegenleistung für die neue Konzession für das Kraftwerk Dietikon per Januar 2017. Sie haben sich damals verpflichtet, Ersatzmassnahmen für wegfallende Erholungsflächen zu unterstützen. Das tun sie hiermit.

Auch aus dem Natur- und Heimatschutzfonds fliessen maximal 200'000 Franken in das Projekt. Das kantonale Amt für Raumentwicklung hat diese Unterstützung zugesagt, weil es den öffentlichen Nutzen dieses neuen Erholungsgebiets für gross erachtet. Die restlichen Kosten übernimmt die Stadt Dietikon.

Aktiv eingebracht hat sich auch der Verein Regionale Projektschau Limmattal 2025. Er wird am 29. Juni ab 11 Uhr beim Höngger Wehr seinen neu aufgelegten Guide «Limmat-Böötle» verteilen. (Weitere Verteilaktionen am Wochenende vom 20./21. Juli und 10./11. August.)

Guide für sicheres «Böötle»

Dieser Flyer gibt Informationen zur Limmatflussfahrt: Ein- und Ausstiege, Verpflegungsmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten entlang der rund zehn Kilometer langen Strecke, für die man im Gummiboot etwa zwei Stunden benötigt. Er macht aber auch auf Gefahren aufmerksam und gibt Verhaltensregeln, die für Flussfahrten gelten. So wird grundsätzlich dazu geraten, Schwimmwesten zu tragen, und davon abgeraten, Boote zusammenzubinden, da diese dadurch kaum mehr manövrierfähig sind.

Eröffnungsfeier unterhalb des Bahnhofs Glanzenberg: 29. Juni, 11 bis 16 Uhr, mit Festwirtschaft, Spielmaterial und Ponton-Überfahrten. Infos zur Regionalschau 2025: www.regionale2025.ch

Erstellt: 26.06.2019, 14:03 Uhr

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