Macht Natalie Rickli den Sprung ins Zürcher Rathaus?

Bald könnte es Platz geben im Regierungsrat für neue Kräfte. Bei der SVP bringen sich mögliche Kandidaten in Stellung.

Die 42-jährige SVP-Nationalrätin Natalie Rickli gilt als Kronfavoritin für die Nachfolge von Markus Kägi.

Die 42-jährige SVP-Nationalrätin Natalie Rickli gilt als Kronfavoritin für die Nachfolge von Markus Kägi. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Alle Mitglieder im Zürcher Regierungsrat haben bereits bekannt gegeben, ob sie im nächsten Frühling nochmals zur Wahl antreten oder nicht – ausser einem: Baudirektor Markus Kägi von der SVP. Er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und schürt damit die Ungeduld – auch in der eigenen Partei. «Wieso, ist ein Sitz frei geworden?», antwortete Natalie Rick­­li gestern auf die Frage, ob sie sich eine Kandidatur vorstellen könnte. Die 42-jährige SVP-Nationalrätin gilt als Kronfavoritin für die Nachfolge von Kägi, doch solange es keine Vakanz gebe, werde sie nicht über eine Kandidatur sprechen, sagt sie.

Rickli ist eine intensive Nutzerin der Social-Media-Kanäle, was unter Politikern immer wieder für Kopfschütteln sorgt, etwa als sie aus einem stecken gebliebenen Zug Freibier von den SBB forderte. Vor kurzem irritierte sie mit einem Kurzvideo, in dem sie SP-Nationalrätin Chantal Galladé für die Wahl in die Winterthurer Schulpflege empfahl. Dennoch wird Rickli das Potenzial attestiert, eine ähnlich populäre Regierungsrätin zu werden, wie es einst Rita Fuhrer war.

Gut wären Ricklis Chancen auch, weil die Konkurrenz Mühe hat, Frauen für eine Kandidatur zu finden. Die Grünliberalen haben bereits drei Männer vorgeschlagen, bei den Grünen ist ebenfalls keine Frau in Sicht, und bei den Freisinnigen haben die aussichtsreichsten Frauen schon abgesagt: Nationalrätin Regine Sauter will ebenso wenig wie die beiden Kantonsrätinnen Astrid Furrer und Beatrix Frey-Eigenmann.

Natalie Rickli ist parteiintern nicht ohne Konkurrenz. Auch den Nationalratskollegen Bruno Walliser und Jürg Stahl werden Ambitionen auf das Zürcher Regierungsamt nachgesagt. Stahl hat allerdings das Handicap, dass er vor acht Jahren in der internen Nomination klar gegen den heutigen Regierungsrat Ernst Stocker verloren hat, Walliser gilt als wählbar, aber auch als etwas farblos.

Jürg Trachsel im Clinch

Möglicher Gegenspieler von Rickli könnte auch der Präsident der SVP-Fraktion im Kantonsrat, Jürg Trachsel, werden. Doch dessen erste Wahl ist der Posten des Ombudsmanns, der nach dem Rücktritt von Thomas Faesi frei wird. Allerdings zeichnen sich für Trachsel Komplikationen ab. Denn er wird diesen Posten nicht kampflos bekommen.

Heute wird die Geschäftsleitung des Kantonsrates entscheiden, wen sie dem Parlament zur Wahl vorschlagen will. Gemäss Marcel Lenggenhager (BDP) werden dem Rat womöglich mehrere Kandidaten zur Auswahl vorgelegt. Ob Trachsel am 9. Juli gewählt wird, ist somit unsicher, denn im Kantonsrat ist umstritten, ob nach SVP-Mann Faesi bereits wieder die SVP berücksichtigt werden soll. So meint etwa FDP-Fraktionschef Thomas Vogel: «Wenn es eine gute freisinnige Kandidatur gibt, werden wir sie wohl unterstützen.» Vogel ist der Ansicht, dass im bürgerlichen Kantonsrat ein bürgerlicher Ombudsmann gewählt werden sollte. Nach je rund zwanzig Jahren CVP und SVP wäre die Reihe seiner Meinung nach nun an der FDP.

Sollte Trachsel die Wahl verlieren, dürfte es schwierig werden, glaubwürdig als Regierungskandidat aufzutreten.

Wie es in der SVP weitergeht, wird sich spätestens am 11. Juli entscheiden, dann will der 64-jährige Regierungsrat Markus Kägi offiziell über seine Pläne informieren. Sollte er nicht mehr antreten, plant die SVP auf Mitte September eine ausserordentliche Versammlung für die Nomination seines Nachfolgers oder seiner Nachfolgerin.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 14.06.2018, 06:31 Uhr

Paid Post

Bester Kaffee von zufriedenen Kaffeebauern

Nespresso und Fairtrade arbeiten zusammen, um die soziale und wirtschaftliche Situation der Kaffeebauern zu verbessern.

Kommentare

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Die Welt in Bildern

Grossflächig: Der für seine in die Landschaft integrierten Kunstwerke bekannte französische Künstler Saype zeigt im Park La Perle du Lac sein Werk «Message from Future». (16. September 2018)
(Bild: Valentin Flauraud) Mehr...